Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Neutralseife auf einem gut ausgewrungenen Mikrofasertuch, anschließend mit einem trockenen Tuch nachgehen. Alles, was Alkohol, Aceton oder Terpentinersatz enthält, löst zusätzlich Weichmacher aus dem Material heraus. Die Matte wird davon nicht sauberer, sondern hart, brüchig und an den Ecken wellig. Scheuermilch scheidet aus demselben Grund aus.
Der Reflex bei einer klebrigen Kunststoffmatte ist ein Desinfektionstuch oder ein Spritzer Glasreiniger. Beides ist an dieser Stelle die falsche Richtung. Wikipedia beschreibt die Folge des Weichmacherverlusts knapp: Der Stoff "schrumpft, wird spröder, härter und gegebenenfalls rissig". Sie beschleunigen also genau den Prozess, dessen Ergebnis Sie gerade wegwischen wollen.
Was funktioniert, ist unspektakulär. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen pH-neutrales Spülmittel, ein Mikrofasertuch, das Sie so weit auswringen, dass es nur noch feucht ist. Über die Fläche wischen, nicht schrubben. Anschließend mit einem trockenen Tuch nachgehen, weil stehende Feuchtigkeit unter der Matte ein zweites Problem aufmacht.
Die klebrige Schicht selbst lässt sich meist mit warmem Seifenwasser und etwas Geduld abnehmen. Kommt sie nach zwei Wochen wieder, ist die Matte am Ende ihres Lebens. Weichmacher, die einmal an der Oberfläche angekommen sind, gehen nicht zurück.
Für die Tischplatte darunter gilt eine andere Reihenfolge. Erst den klebrigen Film mit lauwarmem Seifenwasser lösen, dann prüfen, ob der Lack nur matt oder bereits angequollen ist. Matter Lack lässt sich oft mit einer Politur für beschichtete Möbel wieder angleichen. Angequollener Lack ist ein Fall für den Fachbetrieb. Wer beim Nachkaufen ausweichen will, findet unter Zubehör aus Kunststoff auch harte, formstabile Varianten, die diesen Effekt nicht zeigen.