Zuerst die Ursache abstellen, sonst arbeitet der Schaden weiter. Eine gequollene Stelle lässt sich nicht zurückdrücken, weil der Leimverbund gebrochen ist. Reparabel ist nur die Hülle: Kantenband neu aufbügeln, ein U-Profil aufstecken oder die offene Fläche mit Klarlack schließen, damit kein Nachschub an Feuchtigkeit kommt.
Die unangenehme Nachricht kommt zuerst. Quellung ist keine Verformung, die sich aussitzen lässt. Beim Trocknen bleibt die Platte dick, weil zwischen den Spänen Leimbrücken gerissen sind, die sich nicht neu schließen.
Was sich retten lässt, ist die Hülle und der weitere Verlauf. Löst sich das Kantenband nur an einer Ecke und die Platte darunter ist noch fest, lässt es sich mit einem Bügeleisen auf mittlerer Stufe und einem Blatt Backpapier wieder anlegen. Der Schmelzkleber wird bei rund 120 Grad weich. Danach mit einem Holzklotz andrücken, bis er ausgekühlt ist, sonst hebt sich die Kante beim Abkühlen wieder.
Ist der Span darunter bereits aufgeworfen, hilft nur noch Abdecken. Ein aufsteckbares Kunststoff-U-Profil aus dem Zuschnitt-Handel überbrückt die Stelle und hält weitere Nässe ab.
Auffällig ist, wie wenig das Thema in der Warenwelt vorkommt. Von 448 Modellen erwähnen genau 2 überhaupt einen Kantenschutz oder ein Kantenband. Das Bauteil, das über die Lebensdauer der Platte entscheidet, taucht in der Produktkommunikation praktisch nicht auf.
Ab wann lohnt die Reparatur nicht mehr? Eine grobe Linie liefert der Preis. Der Median der Kategorie liegt bei 129,99 €, das untere Viertel endet bei 74,99 €. Wenn an einem Tisch aus dem Segment bis 200 Euro die Trägerplatte an mehreren Stellen quillt, steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert. Bei einem Modell aus dem oberen Bereich, wo die Kategorie bis 1.399,00 € reicht, lohnt der Bügeleisen-Nachmittag dagegen fast immer. Dasselbe gilt für Schreibtische aus Holzwerkstoff, die technisch identisch aufgebaut sind.