Drücken Sie mit dem Daumen mittig gegen die Lehne. Federt die Fläche straff zurück und Sie spüren einen umlaufenden Rahmen, ist es eine Netzbespannung. Gibt der Druck weich nach und Sie fühlen darunter Schaumstoff, ist es ein Polsterbezug. Viele Stühle haben beides an unterschiedlichen Stellen verbaut.
Die Unterscheidung klingt banal, entscheidet aber über jede weitere Handlung. Eine Netzbespannung ist ein tragendes Bauteil unter Dauerspannung. Ein Polsterbezug ist eine Hülle über Schaumstoff, die selbst nichts trägt. Feuchtigkeit, Druck und Bürsten wirken deshalb völlig unterschiedlich auf die beiden Flächen.
Das Datenblatt hilft dabei nur bedingt. 107 der 414 Modelle, also gut ein Viertel, deklarieren das Bezugsmaterial überhaupt nicht. Bei den übrigen steht meist nur "Stoff", was sowohl Netzgewebe als auch Polsterstoff meinen kann.
Besonders häufig ist die Mischform. 61 Stühle kombinieren einen Netzrücken mit einer gepolsterten Sitzfläche, etwa der TOP 108 W von hjh OFFICE für 139,90 €, eines der 113 Modelle von hjh OFFICE in dieser Kategorie. An solchen Stühlen müssen Sie beide Methoden anwenden, und zwar auf Flächen, die keine 20 cm auseinanderliegen. Wer den ganzen Stuhl gleich behandelt, behandelt eine der beiden Flächen falsch. Wie Sie die beiden Zonen überhaupt richtig einstellen, steht im Ratgeber zum Bürostuhl einstellen.