Nicht das Regal gibt die Grenze vor, sondern die Wand. Daran scheitern die meisten Hängeregal-Projekte, im wörtlichen Sinn.
Der Trockenbau-Hersteller Rigips beziffert die zulässigen Konsollasten nach DIN 18183-1 sehr genau. Eine Ständerwand mit einlagiger Beplankung unter 18 mm darf mit höchstens 0,4 kN/m belastet werden, das sind 40 kg auf jeden laufenden Meter Wand. Bei doppelter Beplankung ab 18 mm steigt der Wert auf 0,7 kN/m, also 70 kg. Wer darüber hinaus will, braucht Traversen oder Tragständer in der Wand, und die müssen beim Bau eingeplant worden sein.
Jetzt rechne dagegen, was Büroinhalt wiegt. Ein Regalmeter besteht laut Wikipedia-Definition aus genau zwölf aneinandergereihten DIN-A4-Ordnern mit 8 cm Rückenbreite. Ein solcher Aktenordner fasst rund 600 Blatt bei 80 g/m². Ein A4-Blatt misst 0,0624 m², macht knapp 5 g pro Blatt und damit rund 3 kg Papier je Ordner. Mit Deckel und Hebelmechanik landest du bei etwa 3,5 kg. Zwölf davon: rund 42 kg.
Ein einziger voller Meter Ordner liegt damit über dem, was eine einlagige Trockenbauwand aufnehmen darf, und zwar nicht knapp.
Das heißt nicht, dass an einer Gipskartonwand gar nichts hängen kann. Es heißt, dass die Ordner dort nicht hingehören. Rigips rechnet selbst ein Beispiel vor: ein Hängeschrank mit 30 cm Tiefe und 80 cm Breite, maximal 50 kg schwer, gehalten von zwei Kunststoff-Hohlraumdübeln, die zusammen 60 kg zulässig tragen. Ein Detail aus derselben Quelle wird gern übersehen. Bei 12,5 mm Plattendicke müssen zwischen den Dübeln mindestens 150 mm Abstand liegen. Rückt man sie enger, halbiert sich die Tragkraft pro Dübel.
An einer massiven Wand aus Ziegel oder Beton stellt sich die Frage anders. Dort trägt der Untergrund fast alles, was du hineinschraubst, und die Grenze verschiebt sich zum Regal selbst. Ein Büroregal aus Massivholz bringt dann sein eigenes Gewicht mit ins Spiel, bevor der erste Ordner drinsteht. Wenn du nicht weißt, was für eine Wand du hast, klopf dagegen. Klingt es hohl und federt der Putz beim Bohren, ist es Trockenbau.