
Himolla streicht 175 Stellen und verlagert die Endfertigung aus Taufkirchen
Der Polstermöbelhersteller Himolla hat am 15. September 2026 mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich unterzeichnet. In Taufkirchen fallen 175 von 714 Stellen weg, rund 540 bleiben erhalten. Die Endfertigung am Stammsitz endet, die Serienfertigung übernehmen bestehende Werke in Ungarn und der Slowakei. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung läuft seit dem 1. September 2026.

Laura Fischer
Einrichtungsberaterin & Ergonomie-Expertin
Auf einen Blick
- Himolla und der Betriebsrat haben am 15. September 2026 einen Interessenausgleich unterzeichnet: 175 der 714 Stellen in Taufkirchen fallen weg, rund 540 bleiben.
- Die Endfertigung in Taufkirchen entfällt. Die Serienfertigung übernehmen schrittweise bestehende Konzernwerke in Ungarn und der Slowakei.
- Design, Produktentwicklung, Konstruktion, Qualitätssicherung sowie Marketing und Vertrieb bleiben am Stammsitz in Niederbayern, ebenso die technisch anspruchsvolle Vorfertigung.
- Seit dem 1. September 2026 ist das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Damit trennt sich die Rechtslage für Forderungen aus der Zeit davor und danach.
- Der VDM meldete für das erste Halbjahr 2026 bei Polstermöbeln 423 Millionen Euro Umsatz, ein Minus von 10 Prozent. Küchenmöbel legten im selben Zeitraum um 1 Prozent zu.
Warum es wichtig ist
Himolla ist einer der bekanntesten deutschen Hersteller motorisch verstellbarer Relaxsessel, in einer Preisklasse, in der Käufer mit zehn Jahren Nutzungsdauer und mehr rechnen. Der Interessenausgleich reicht deshalb über die Belegschaft hinaus. Er verschiebt die Fertigung aus Niederbayern, und er fällt in eine Phase, in der das Insolvenzverfahren schon eröffnet ist. Das ändert, was ein Käufer im Reklamationsfall erwarten kann und wie lange eine konfigurierte Bestellung braucht.




