Die DOMO collection GmbH mit Sitz in Hude bei Oldenburg wurde 2011 gegründet und entwickelt und vertreibt Polstermöbel, vor allem Sofas und Sessel. Am 3. August 2026 ordnete das Amtsgericht Oldenburg die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Öffentlich gemacht hat die Kanzlei den Schritt am 10. August 2026.
In Hude arbeiten 24 Menschen. Ihre Löhne sind laut der Mitteilung von PLUTA über das Insolvenzgeld bis Ende September gesichert. Gefertigt wird die Ware nicht in Niedersachsen, sondern in Polen: Die Produktion läuft über die Tochtergesellschaft Oflor Sp. z o.o. mit Sitz in Psarskie, für die ebenfalls ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Das Amtsgericht Oldenburg bestellte Kaufmann dort am 6. August 2026 zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Rund 245 Beschäftigte arbeiten an dem polnischen Standort.
Die Entscheidung, die für Kunden am meisten zählt, ist bereits gefallen. Der Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden, in Hude wie in Psarskie. "Unser oberstes Ziel ist es jetzt, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen und die Aufträge zuverlässig zu erfüllen", wird Kaufmann in der Mitteilung zitiert. Im nächsten Schritt sollen Sanierungsoptionen geprüft und gezielt Investoren angesprochen werden.
Als Grund nennt das Unternehmen Liquiditätsschwierigkeiten. Die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück, weil die Konsumzurückhaltung in Deutschland anhält. Dazu kommt ein Effekt, den die Branche jedes Jahr kennt. Im Sommer wird ohnehin weniger verkauft. Anders als in den Vorjahren trug die Saisonlinie diesmal nicht, es fehlte also genau der Umsatz, der die schwachen Monate sonst überbrückt. Geschäftsführer Ulf Vietor erklärt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert, der Schritt sei unvermeidbar gewesen.