145 cm über dem Boden, gemessen zur Mitte. Diese Zahl ist kein Deko-Geschmack, sondern ein Ausstellungsstandard, der sich an der durchschnittlichen Augenhöhe im Stehen orientiert. In der Praxis liegt der Korridor zwischen 140 und 160 cm.
Der häufigste Fehler dabei ist ein Bezugsfehler. Bei einem mehrteiligen Set wird die Höhe oft am obersten Bild ausgerichtet, weil das der erste Nagel ist, den man setzt. Richtig ist die Mitte des gesamten Blocks. Bei einem zweireihigen Set aus zwei Reihen à 40 cm Bildhöhe und 5 cm Fuge ist der Block 85 cm hoch. Seine Mitte auf 145 cm bedeutet, dass die Oberkante bei 145 + 42,5 = 187,5 cm sitzt und die Unterkante bei 102,5 cm. Wer stattdessen die obere Reihe auf 145 cm mittet, hängt das ganze Arrangement gut vierzig Zentimeter zu hoch.
Über Möbeln gilt eine zweite Regel, die die erste überstimmt. Hängt das Set über einem Sofa oder Sideboard, sollte die Unterkante 15 bis 30 cm über der Möbeloberkante bleiben. Weniger wirkt gedrängt, mehr reißt die Verbindung zwischen Möbel und Bild ab. Bei einer Sofalehne auf 85 cm Höhe landet die Unterkante also zwischen 100 und 115 cm, was sich mit der 145-cm-Regel für die meisten Blockhöhen gut verträgt.
In Esszimmern darf es tiefer sein, weil dort gesessen wird. Die Augenhöhe im Sitzen liegt rund 30 cm unter der im Stehen, entsprechend darf die Mitte auf etwa 125 cm rutschen. Historisch war die Frage übrigens völlig anders gelöst. Bei der Salonhängung, die ihren Namen den dicht behängten Wänden der Sankt Petersburger Eremitage verdankt, reichten die Gemälde in mehreren Reihen bis an die Decke. Diese Form geht bis in die Spätrenaissance zurück und ist bis heute in den Gemäldegalerien von Schloss Weißenstein in Pommersfelden und Schloss Sanssouci zu sehen. Eine einheitliche Augenhöhe gab es dort nicht, weil die Menge der Bilder das Argument war, nicht die einzelne Betrachtung.