Der Wasserdruck bestimmt, welche Bauform überhaupt funktioniert
Handbrausen der Markenhersteller sind auf einen Mindestfließdruck von etwa 1 bis 1,2 bar ausgelegt, in Verbindung mit einem hydraulisch gesteuerten Durchlauferhitzer nennen die Hersteller eher 1,5 bar. Der empfohlene Betriebsdruck liegt bei 2 bis 5 bar. Diese Zahlen sind der eigentliche Filter beim Kauf: Eine Scheibe mit 250 Millimetern verteilt dasselbe Wasservolumen auf die zehnfache Fläche eines 70-Millimeter-Kopfes. Reicht der Druck nicht, bleibt vom Regenstrahl ein Rieseln übrig. Kompakte Köpfe und Modelle mit Drosselung bündeln den vorhandenen Druck dagegen und wirken kräftiger, als sie eigentlich sind. Wie man den vorhandenen Druck vor dem Kauf misst, steht im Ratgeber Regendusche planen.
Durchflussmenge und was sie im Jahr kostet
Einfache Duschköpfe lassen 10 bis 12 Liter pro Minute durch, manche Modelle 14 Liter, große Regenduschen bis zu 20 Liter. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für einen neuen Duschkopf weniger als 9 Liter pro Minute, sehr sparsame Modelle kommen mit 6 Litern aus. Der Blaue Engel vergibt sein Zeichen für Brausen nur bis 9 Liter pro Minute und weist besonders effiziente Modelle mit maximal 8 Litern aus, druckunabhängig. Rechnerisch macht das den größten Posten aus: Wer den Durchfluss von 13 auf 8 Liter senkt und dabei eine Minute kürzer duscht, spart bei elektrischer Warmwasserbereitung mehrere hundert Euro im Jahr. Die Stiftung Warentest hat allerdings auch festgestellt, dass ein Teil der als sparsam verkauften Köpfe im Test auf 15 Liter pro Minute kam und damit gar nichts spart. Achten Sie deshalb auf eine ausgewiesene Literzahl, nicht auf das Wort wassersparend.
Kalk ist der eigentliche Verschleißfaktor
Kein Duschkopf geht kaputt, weil das Gehäuse bricht. Er wird unbrauchbar, weil sich einzelne Düsen zusetzen, der Strahl auffächert und schräg spritzt. Deshalb wiegt die Kalkresistenz in unserer Bewertung so schwer wie die Strahlkraft. Entscheidend ist die Düsenausführung: Elastische Silikonnoppen lassen sich mit dem Daumen abreiben und brauchen keinen Entkalker, gebohrte Metalldüsen brauchen ein Essigbad. Ein zweiter Punkt ist das Sieb am Eingang. Wo es ausspülbar ist, landen Partikel aus alten Leitungen nicht in den Düsen. Die Norm DIN EN 1112 regelt für Brausen Maße, Dichtheit und Geräuschverhalten und ordnet sie Durchflussklassen zu, sie sagt jedoch nichts über die Kalkbeständigkeit im Alltag aus.
Strahlarten: wie viele wirklich benutzt werden
Zwischen drei und zehn Strahlarten liegt weniger Alltagsnutzen, als die Verpackung nahelegt. In den meisten Haushalten laufen zwei Programme: ein flächiger Regenstrahl zum Einseifen und ein gebündelter Strahl zum Ausspülen. Wichtiger als die Anzahl ist die Mechanik. Ein Druckknopf auf der Oberseite lässt sich mit eingeseiften Händen sicher bedienen, ein Drehring am Kopfrand rutscht durch. Für Haushalte mit Kindern oder älteren Angehörigen ist das der handfestere Unterschied als zwei zusätzliche Modi.
Geräusch, und warum es im Altbau zählt
Die Geräuschentwicklung fließt bei uns mit 15 Prozent ein, weil sie in hellhörigen Gebäuden über die Duschzeit am Morgen entscheidet. Der Blaue Engel verlangt für seine Brausen die Einhaltung der Armaturengruppe I oder II nach DIN 4109, also der Schallschutznorm im Hochbau. Fein zerstäubende Düsen wie die PowderRain-Ausführungen arbeiten hörbar leiser als kräftige Einzelstrahlen, weil das Wasser in kleineren Tropfen auftrifft.
Handbrause, Kopfbrause oder komplettes System
Eine Handbrause bleibt beweglich und erleichtert das Ausspülen der Dusche, das Haarewaschen von Kindern und das Reinigen der Wanne. Eine fest montierte Kopfbrause liefert das größere Wasserbild, lässt sich aber nicht abnehmen. Komplette Duschsysteme kombinieren beides an einer Stange, binden dafür aber an eine passende Armatur und an die vorhandene Anschlussposition. Wer ohnehin die ganze Duschsäule tauscht, findet die Bauformen im Kaufberater für Duschsysteme im Detail, die Armatur davor im Kaufberater für Duscharmaturen.