Zuerst den Wasserdruck messen, dann die Brause wählen
Diese Reihenfolge kehrt fast jeder um. Die DIN 1988-200 verlangt am ungünstigsten Entnahmepunkt einen Mindestfließdruck von 1,0 bar, und das ist die Untergrenze für Funktion, nicht für Komfort. Eine großflächige Regendusche ab 25 cm braucht eher 3 bar, um ein geschlossenes Wasserbild zu erzeugen.
Messen lässt sich das ohne Werkzeug. Die Verbraucherzentrale empfiehlt das Auslitern: einen 10-Liter-Eimer unter die Brause halten und die Sekunden zählen, bis er voll ist. Zehn Liter geteilt durch die Sekunden mal 60 ergibt den Durchfluss pro Minute. Unter 9 Litern pro Minute sollte man bei einer Kopfbrause unter 20 cm bleiben, ab etwa 12 Litern funktionieren auch 30 x 30 cm Flächen. Wer die Brausetechnik im Detail vergleichen will, findet in unserem Kaufberater für Regenduschen die Unterschiede zwischen den Düsenbauarten.
Der Thermostat ist die wichtigste Ausstattung, nicht die Kopfbrause
Ein Thermostat hält die Temperatur konstant, wenn im Haus anderswo Wasser gezapft wird, und begrenzt sie bei 38 Grad. Die Norm dahinter ist die DIN EN 1111 für thermostatische Mischer, die zusammen mit dem DVGW-Arbeitsblatt W 574 den Verbrühungsschutz regelt. Für Haushalte mit Kindern oder älteren Menschen ist das kein Komfortmerkmal, sondern der eigentliche Sicherheitsgewinn, weil Kinderhaut schon bei niedrigeren Temperaturen verbrennt als die von Erwachsenen. In unserem Test beginnt der Thermostat ab etwa 90 €.
Wichtig ist, dass die 38-Grad-Sperre am Auslauf nichts über die Speichertemperatur aussagt. Nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 muss der Warmwasserspeicher mindestens 60 Grad erreichen und das Leitungsnetz 55 Grad halten, weil Legionellen zwischen 25 und 55 Grad wachsen. Der Thermostat mischt erst unmittelbar vor der Brause herunter.
Aufputz oder Unterputz entscheidet über die Baustelle
Aufputzsysteme werden auf die vorhandenen Anschlüsse geschraubt und sind an einem Nachmittag montiert. Unterputzsysteme verschwinden in der Wand, brauchen einen Einbaukörper wie die Hansgrohe iBox oder die Grohe Rapido SmartBox und damit aufgestemmte Fliesen sowie eine Fachkraft. Sichtbar bleibt nur eine Platte. In unserem Test kostet der Einstieg in Unterputz ab 386,65 €, und die Unterputzkandidaten verlieren systematisch Punkte bei der Montagefreundlichkeit, weil sie ohne Handwerker nicht zu installieren sind. Wer nicht saniert, fährt mit Aufputz besser.
Durchflussmenge gegen Betriebskosten
Rund 13 Prozent der Energiekosten eines Haushalts gehen laut Verbraucherzentrale auf Warmwasser. Herkömmliche Brausen liegen bei 9 bis 12 Litern pro Minute, sparsame Modelle unter 9 Litern, und die Energieberatung der Verbraucherzentrale rechnet mit bis zu 50 Prozent Einsparung bei der Warmwasserbereitung. Der Zielkonflikt ist offensichtlich: Systeme mit 16 Litern pro Minute fühlen sich voller an und kosten laufend mehr. Wasserspardichtungen sind bei den meisten Sets herausnehmbar, was die Entscheidung nachträglich korrigierbar macht.
Höhen und Maße gegen die eigene Körpergröße prüfen
Viele Systeme im Test verstellen die Handbrause nur bis 115 oder 117 cm. Für Personen über 1,90 m hängt sie dann zu tief, um bequem die Haare zu waschen. Bei fest montierten Kopfbrausen ohne Höhenverstellung entscheidet die Montagehöhe endgültig, deshalb lohnt vor dem Bohren eine Messung mit dem Zollstock an der Wand.