Detailanalyse
Kurzurteil, Score und Preis für jedes der 28 näher analysierten Modelle, nach Preissegmenten gegliedert.
Preisklasse 1 von 5
Die TECURO weist für 7,87 Euro zwei Dinge aus, die in dieser Klasse selten dokumentiert sind: eine Prüfung nach den Trinkwasser-Anforderungen des Umweltbundesamts und ein beiliegendes Dichtungsset in mehreren Stärken. Damit sitzt sie beim ersten Anschrauben dicht, ohne zweiten Weg in den Baumarkt. Der 70-Millimeter-Kopf liefert kein flächiges Regengefühl, hält den Druck aber auch bei schwacher Leitung zusammen. Die Antikalk-Noppen lassen sich mit dem Daumen abreiben.
Punktgleich mit der TECURO, zwölf Cent teurer und mit dem etwas kräftigeren Strahlbild (8 statt 7 Punkte bei der Strahlkraft). Was fehlt, ist die ausgewiesene Trinkwasserprüfung und das Dichtungsset. Wer die passende Dichtung ohnehin in der Schublade hat und nur eine funktionierende Ersatzbrause für den Zweitanschluss braucht, verliert dadurch nichts.
Die Havanna ist mit weißem Gehäuse und Easy-Clean-Silikondüsen der Gegenentwurf zum Chrom-Look der Klasse. Sie deckt eine deutlich größere Fläche ab als die kompakten Modelle und wirkt dadurch weicher, braucht dafür aber mehr Volumen aus der Leitung. Zur Lautstärke liegen keine belastbaren Herstellerangaben vor, dieser Punktwert fehlt daher in der Gesamtnote und drückt sie rechnerisch.
Das einzige Modell der Klasse mit Mineralperlenfilter und Boost-Funktion, die den Strahl über eine Verengung beschleunigt. In Altbauwohnungen mit schwachem Druck ist das spürbar. Der Filter muss regelmäßig getauscht werden, und diese Folgekosten erreichen bei einer 9,95-Euro-Brause innerhalb weniger Wechsel den Anschaffungspreis.
Refined Living
Kommt als eines der wenigen Modelle unter zehn Euro mit Schlauch, was den effektiven Preis gegenüber Kopf-only-Angeboten um zehn bis fünfzehn Euro senkt. Der integrierte Filter fängt Partikel ab, bevor sie die Düsen zusetzen, und ist bei alten Stahlleitungen mit Rostabrieb der eigentliche Kaufgrund. Strahlbild und Verarbeitung liegen auf Klassenniveau.
Preisklasse 2 von 5
Zehn Strahlarten, Edelstahlschlauch im Karton und eine Drosselung auf rund 1,8 Gallonen pro Minute, also etwa 6,8 Liter. Diese Drosselung erklärt sowohl den spürbaren Druckzuwachs als auch das geringere Wasseraufkommen gegenüber ungedrosselten Köpfen. In Wohnungen mit schwacher Leitung ist das ein Gewinn, in Bädern mit drei bar eher ein Verzicht. Die vielen feinen Düsen setzen sich bei hartem Wasser schneller zu als grobe Silikonnoppen.
Acht Euro günstiger als der Testsieger, fünf statt zehn Strahlarten und kein Schlauch im Karton. Dafür gibt Wenko 36 Monate Herstellergarantie statt zwölf. Bei elf Zentimetern Durchmesser bleibt der Strahl fokussiert, was in großen Duschen zu schmal wirkt. Die gummierten Noppen lassen sich ohne Entkalker abreiben. Wenn der vorhandene Schlauch noch dicht ist, ist das rechnerisch die effizientere Anschaffung.
Acht Strahlarten für 17,99 Euro und damit fast das Programm des Testsiegers zu zwei Euro weniger. Der Wechsel läuft über einen Drehring am Kopf, der mit nassen Händen rutschiger ist als ein Druckknopf. Kalkresistenz und Strahlkraft liegen auf Testsieger-Niveau, der Rückstand entsteht bei der Verarbeitung.
ANYSUN
Kommt mit Schlauch und Filtereinsatz, was den Kaufpreis gegenüber Kopf-only-Angeboten relativiert. Der Filter fängt Partikel ab, bevor sie die Düsen erreichen, und ist in Häusern mit alten Stahlleitungen und Rostabrieb der eigentliche Kaufgrund. Er will regelmäßig gewechselt werden, sonst sinkt der Durchfluss innerhalb weniger Monate spürbar.
Der günstigste Einstieg zu einer Hansgrohe-Brause und das einzige Modell der Klasse mit ausgewiesener Begrenzung auf 5,2 Liter pro Minute. Das liegt deutlich unter den 9 Litern, die der Blaue Engel als Obergrenze für wassersparende Brausen ansetzt, und senkt die Warmwasserkosten messbar. Der Gegenwert ist ein schmaleres Strahlbild, das bei niedrigem Hausdruck knapp wird, und eine kleinere Auswahl an Strahlarten.
Neunzig Silikondüsen auf einer großen Scheibe in gebürstetem Nickel, ausgelegt auf ein einziges Strahlbild. Die Kalkresistenz ist die höchste der Klasse, weil sich jede Düse mit der Hand abreiben lässt. Die niedrigere Note entsteht allein durch den Verzicht auf umschaltbare Strahlarten, nicht durch einen Mangel. Braucht Volumen aus der Leitung, um die Fläche zu füllen.
Preisklasse 3 von 5
Höchste Gesamtnote der Klasse, weil hier zwei Dinge zusammenkommen, die sich sonst ausschließen: eine Reduktion des Durchflusses und trotzdem 8 von 10 Punkten bei der Strahlkraft. Die Silikonnoppen lassen sich mit dem Finger abreiben, ein Entkalker ist im Normalbetrieb entbehrlich. Der Wasseranschluss sitzt ausschließlich unterseitig, was bei enger Schlauchführung die Montage erschwert. Drei Strahlarten sind das Minimum, keine große Auswahl.
Nutzt dieselbe Wasserspartechnik und dieselbe Noppenreinigung wie der Testsieger, kostet aber 23,01 statt 35,54 Euro. Der Aufpreis des Testsiegers geht in Auszeichnungen und ein etwas robusteres Gehäuse, nicht in messbare Effizienz. Wenko sichert beide Modelle mit 36 Monaten ab. Für Mietbäder und Gästebäder ist die Rechnung damit eindeutig.
Hansa
Ein Komplettset mit Brause, Halterung und Schlauch für 44,49 Euro, das mit Twist Guard eine Verdrehsicherung für den Schlauch mitbringt. Genau die verhindert das Aufdrehen des Schlauchs, das nach zwei Jahren zum Knick und zum Bruch führt. Zusammen mit der höchsten Kalkresistenz-Note der Klasse (9 von 10) ist das ein Set für Haushalte, die wenig nachpflegen wollen.
Die Croma Select E arbeitet mit einem Druckknopf statt einem Drehring, was mit eingeseiften Händen der spürbarste Komfortunterschied dieser Klasse ist. Die weiß-verchromte Strahlscheibe zeigt Kalkflecken weniger deutlich als hochglänzendes Chrom. Mit 45,49 Euro liegt sie am oberen Rand der Klasse, wofür man Ersatzteilversorgung und Nachkaufbarkeit über Jahre bekommt.
Die Croma 100 Vario ist das Arbeitspferd der Klasse: elf Euro günstiger als die Croma Select E, mit demselben Strahlprogramm, aber Umschaltung über den Drehring statt über den Knopf. Bei der Kalkresistenz liegt sie mit 7 von 10 hinter den Wenko-Modellen, weil die Noppen feiner ausfallen. In Regionen mit weichem Wasser fällt das nicht ins Gewicht.
SCHÖNER WOHNEN-Kollektion
Mit 30 Euro der günstigste Einstieg in die Klasse und die einzige Brause hier mit Industrial-Optik statt Chrom-Standard. Wassersparend ausgelegt, drei Strahlarten, Verarbeitung auf Klassenniveau. Wer eine schwarze oder mattierte Armatur hat und die optische Linie halten will, findet in dieser Preisklasse kaum Alternativen.
Preisklasse 4 von 5
Testsieger und Preis-Leistungs-Sieger zugleich, weil hier Halter und 1,25-Meter-Schlauch im Preis stecken, während die höher bepreisten Modelle der Klasse als reine Brause geliefert werden. Der Select-Knopf schaltet die Strahlart, ohne dass man den nassen Kopf drehen muss, was für Kinder und für Hände mit wenig Kraft der praktische Unterschied ist. Die QuickClean-Silikondüsen und das ausspülbare Sieb halten den Wartungsaufwand bei hartem Wasser niedrig. Der Schlauch ist mit 1,25 Metern kurz.
Hansgrohe
Die teuerste Handbrause der Klasse und die mit dem höchsten Wert bei der Strahlkraft (9 von 10). Die PowderRain-Düsen zerlegen den Strahl in sehr feine Tropfen, was auf der Haut weicher wirkt und weniger spritzt als ein klassischer Regenstrahl. Bei 125 Millimetern Scheibendurchmesser braucht das Volumen aus der Leitung. Kommt ohne Halterung und ohne Schlauch, was den effektiven Preis um zehn bis fünfzehn Euro erhöht.
Dreizehn Euro günstiger als die Raindance Select S und mit demselben Select-Prinzip zur Strahlumschaltung. Die 120-Millimeter-Scheibe liegt zwischen kompakter Handbrause und Regenkopf und funktioniert dadurch auch dann noch, wenn der Hausdruck knapp unter zwei bar liegt. Als Einzelbrause ohne Zubehör konzipiert.
Hansgrohe
Eine fest montierte Kopfbrause, keine Handbrause, und damit die Antwort auf eine andere Frage. Sie liefert den höchsten Wert der Klasse bei der Strahlkraft gemeinsam mit der Raindance Select S und die beste Kalkresistenz. Dafür lässt sie sich nicht in die Hand nehmen, was das Ausspülen der Dusche und das Haarewaschen von Kindern erschwert. Nur eine Strahlart.
HOMELODY
Das einzige komplette Duschsystem der Klasse: Stange, Kopfbrause, Handbrause und Umschaltung über Klavierschalter für 74,99 Euro, allerdings ohne Armatur. Wer eine funktionierende Aufputz-Armatur an der Wand hat, ersetzt damit die gesamte Duschsäule statt nur des Kopfes. Die Verarbeitung liegt unter der der Markenmodelle, der Funktionsumfang deutlich darüber.
Preisklasse 5 von 5
Ein komplettes Kopfbrausenset mit 260-Millimeter-Scheibe, 380 Millimeter langem Wandarm und SmartControl-Knopf für drei Strahlbilder. Die höchste Verarbeitungsnote des gesamten Vergleichs (9 von 10) und ein SpeedClean-System, mit dem sich Kalk von den Noppen abreiben lässt. Der große Durchmesser verteilt das Volumen so großzügig, dass der Regenstrahl weich statt kräftig wirkt. Der lange Arm erzeugt Hebelkräfte, für die eine Gipskartonwand eine Traverse braucht.
Für 108,99 Euro das günstigste Kopfbrausenset der Klasse und trotzdem mit Messingkern statt Zinkdruckguss, was im Dauerkontakt mit Wasser über die Lebensdauer entscheidet. Die elastischen Düsen der EasyClean-Ausführung lassen sich von Hand abreiben. Der Preis wird bezahlt mit einem kürzeren Arm, einer einzelnen Strahlart und einer stärkeren Abhängigkeit vom Hausdruck. In der Gesamtnote landet es deshalb hinter mehreren teureren Modellen der Klasse.
Hansgrohe
Die höchste Gesamtnote unter den Handbrausen der Klasse und die zweithöchste insgesamt. PowderRain-Düsen, Brauseschlauch im Lieferumfang und mit 9 von 10 der beste Geräuschwert des gesamten Vergleichs, was in hellhörigen Altbauwohnungen und bei Duschen am frühen Morgen zählt. Für 121,99 Euro bekommt man hier mehr Technik pro Euro als beim Testsieger, allerdings ohne Wandarm und ohne Kopfbrause.
Hansgrohe
Technisch dieselbe Brause wie die Chrom-Variante, ausgeführt in Brushed Black Chrome und 23 Euro teurer. Die matte Oberfläche zeigt Wassertropfen und Kalkränder deutlich weniger als Hochglanz-Chrom, was den Wischaufwand im Alltag senkt. Bei der Kalkresistenz liegt sie einen Punkt hinter der Chrom-Version, weil die Beschichtung empfindlicher auf säurehaltige Reiniger reagiert.
Hansgrohe
Die Axor-Brause ist das Design-Objekt der Klasse und in Polished Black Chrome die Antwort auf eine Armatur in derselben Oberfläche. Fertigungsqualität und Strahlkraft liegen auf Klassenniveau, der Aufpreis gegenüber der Raindance Select S120 geht in die Oberfläche. Wer die Optik nicht braucht, bekommt bei Hansgrohe dieselbe Technik 28 Euro günstiger.
Hansa
Die einzige Deckenbrause der Auswahl und damit für Bäder gedacht, in denen die Zuleitung von oben kommt und kein Wandarm möglich ist. 250 Millimeter Durchmesser, höchste Kalkresistenz der Klasse (9 von 10). Die Deckenmontage bindet an eine Rohinstallation und lässt sich nicht wie ein Wandarm nachrüsten, weshalb dieses Modell nur bei ohnehin geplanter Sanierung infrage kommt.
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