Eine eigene Strömung, die Wallpaper* als dekorative Fülle beschreibt. Die Mittel waren Boiserie, dreidimensionale Wandbekleidungen, Spiegelwände, handbestickte Textilien in Stumpwork-Technik und neu interpretiertes Formica. Genannt werden dafür unter anderem Hannes Peer, Patricia Urquiola, De Gournay und Studioutte. Die Wand war 2026 in Mailand kein Hintergrund mehr.
Der Salone del Mobile 2026 stand programmatisch für Küche und Bad, weil EuroCucina und die Bagno-Schau turnusgemäß dran waren. An den Wänden lief trotzdem eine eigene Geschichte. Laut dem Bericht von Wallpaper* zu den Interior-Trends aus Mailand setzten Studios wie David/Nicolas, Hannes Peer, Patricia Urquiola, Gachot, Soft Baroque, De Gournay und Studioutte auf dekorative Fülle: Boiserie, dreidimensionale Wandbekleidungen, verspiegelte Wände und handbestickte Textilien in der aufwendigen Stumpwork-Technik.
Zwei dieser Mittel lassen sich ohne Handwerker übersetzen. Das Relief steckt im Deko-Paneel Corsy in Antikweiß für 138,00 Euro von Mirabeau, das die Boiserie-Idee als einzelnes Wandobjekt aufnimmt. Die verspiegelte Wand übernehmen selbstklebende Spiegelfliesen im Sechserset für 44,99 Euro von Tulup. Beides arbeitet mit Licht statt mit Farbe und hält die Fläche offen.
Ein fünftes Mittel aus dem Bericht schließt einen Kreis. Formica, jenes Kunststofflaminat, mit dem die Memphis Group ab 1980 provoziert hatte, taucht in Mailand neu interpretiert wieder auf. Der Maximalismus von 2026 zitiert also nicht Barock, sondern seine eigene postmoderne Gründungsphase.