

Die 1stDibs-Umfrage unter 468 Innenarchitekten hat Grau abgewählt: 33 Prozent kürten Schokoladenbraun zur Leitfarbe für 2026, gefragt sind Eiche und Nussbaum, satter Samt und gebürstetes Messing. Cremefarbenes Bouclé dagegen hat seinen Zenit überschritten, und auf der Salone del Mobile 2026 lief parallel die These der "material intelligence": Holz mit sichtbarer Maserung, geölt statt kunstharzversiegelt.

Thomas Klein
Möbelexperte & Materialwissenschaftler
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Thomas Klein
Möbelexperte & Materialwissenschaftler
2026 verschiebt sich der Materialmix im Wohnzimmer spürbar weg von der kühlen, glatten Optik der späten 2010er Jahre. Pantone setzte mit "Cloud Dancer" zwar ausgerechnet ein ruhiges Weiß als Farbe des Jahres, beschreibt es laut Pantone aber bewusst als zurückhaltenden Hintergrund, vor dem natürliche Texturen wirken. Mehrere Designer lasen genau diesen Kontrast als Einladung zu wärmeren, fühlbaren Materialien, wie Wallpaper* berichtet. Das Zukunftsinstitut ordnet die Bewegung den Megatrends Neo-Ökologie und Neo-Biedermeier zu: weg von Wegwerf-Optik, hin zu Holz, Stein und Wolle, die altern dürfen.
Welche Materialien kommen 2026 ins Wohnzimmer, und welche haben ausgedient?
Dieser Überblick stellt fünf konkrete Material-Wechsel gegenüber, jeder belegt mit einer benannten Quelle und einem lagernden Produkt, plus einem ehrlichen Blick darauf, was 2026 wirklich aus den Räumen verschwindet.
Warmes, dunkles Holz kehrt 2026 zurück. Die 1stDibs-Umfrage nennt Eiche und Nussbaum als bevorzugte Hölzer für Sitzmöbel und Sideboards, die Salone del Mobile zeigte Nussbaum mit sichtbarer Maserung. Out ist kühl gebeiztes Espresso-Holz und der lückenlose Hochglanz-Weiß-Look der späten 2010er Jahre.
Jahrelang war helles, fast weiß gekalktes Holz die sichere Wahl, und wer es etwas dunkler mochte, griff zu einer kühlen Espresso-Beize. Beides wirkt 2026 alt. Laut der 1stDibs-Umfrage unter 468 Innenarchitekten landen Eiche und Nussbaum vorn, sobald es um Sitzmöbel und Sideboards geht, und zwar in ihrer warmen, rotbraunen Tönung. Auf der Salone del Mobile 2026 lief das unter dem Schlagwort der "material intelligence": Holz soll seine Maserung zeigen, nicht unter einer deckenden Beize verschwinden.
Für deine Einrichtung heißt das konkret: Ein dunkler Holzton trägt einen Raum heute, statt nur Akzent zu sein. Ein Lowboard wie das IDIMEX Lowboard Simona aus Massivholz in Nussbaum (271,95 €) von Idimex setzt mit seiner sichtbaren Nussbaum-Maserung genau diesen warmen Ton, ohne ins Schwere zu kippen. Wer lieber bei Eiche bleibt, findet den Trend bei Sideboards aus Massivholz wieder, die ihre Struktur offen zeigen. Das alte Espresso-Finish dagegen, kühl und gleichmäßig, wirkt daneben schnell wie aus einem anderen Jahrzehnt.
Samt löst Bouclé ab. Cremefarbenes Bouclé gilt laut mehreren Designern als übersättigt, Nachfolger sind Samt, Mohair und Wolle. Die 1stDibs-Umfrage sieht Burgunder von 7 auf 21 Prozent steigen und nennt dunkles Grün als Wachstumsfarbe für 2026, also satte statt blasser Polstertöne.
Bouclé war der Stoff der frühen 2020er. Genau das ist sein Problem geworden. Als jede Marke dieselbe cremefarbene Bouclé-Silhouette baute, verlor der Stoff seine Besonderheit, urteilen mehrere Innenarchitekten gegenüber Domino. Tot ist Bouclé damit nicht, aber über seinen Zenit hinaus. Der Nachfolger steht schon bereit: Samt, Mohair und dichte Wollmischungen, die mehr Tiefe und Haltbarkeit mitbringen.
Die Farbe verschiebt sich gleich mit. Laut der 1stDibs-Umfrage ist das Interesse an Burgunderrot von 7 auf 21 Prozent gesprungen, dunkles Grün und Salbei legen ebenfalls zu. Statt eines blassen Sofas in Creme zieht also ein satter Ton ein. Das riess-ambiente Heaven 3-Sitzer in dunkelgrünem Samt (599,95 €) von riess-ambiente zeigt, wie das aussieht: tiefer Samt in einem Waldgrün, das Licht je nach Blickwinkel anders zurückwirft. Wer den Stoff zuerst an einem kleineren Stück testen will, wird bei Polstermöbeln mit Samtbezug oder einem der Sessel in sattem Grün fündig. Und für die ganze Palette satter Grüntöne lohnt der Blick auf die Sofas in Grün.
Echter Stein verdrängt die Hochglanz-Imitation. Die Salone del Mobile 2026 zeigte Marmor bewusst tastbar belassen und Stein mit rauer, unpolierter Kante. Glatte Kunststein-Optik mit Spiegelglanz wirkt daneben künstlich. Im möbelguru-Sortiment ist echter Marmor mit aktuell 155 Wohn-Modellen noch eine Nische.
Die glatte, spiegelnde Kunststein-Platte hat ihren Moment hinter sich. Auf der Salone del Mobile 2026 stand Stein 2026 für das Gegenteil von Hochglanz: Marmor wurde bewusst tastbar belassen, Kanten blieben roh und unpoliert, berichtet das Surface Magazine. Es geht um die Haptik, nicht um die makellose Oberfläche. Terrazzo, der oft fälschlich als auslaufend gehandelt wird, gehört ausdrücklich zu den steigenden Materialien.
Im Wohnraum funktioniert echter Stein am besten dort, wo man ihn anfasst. Ein quadratischen Marmor-Couchtisch von SIT (159,99 €) von SIT bringt eine echte Marmorplatte auf Augenhöhe ins Wohnzimmer, mit der natürlichen Aderung, die kein Dekor exakt nachdruckt. Schön kombiniert sich das mit warmem Holz, etwa bei Sideboards im Mid-Century-Look, wo Stein, Nussbaum und schlanke Beine zusammenfinden. Wichtig bleibt die Materialehrlichkeit: Eine raue Steinkante neben geöltem Holz erzeugt 2026 mehr Spannung als jede makellos geschliffene Platte.
Das Finish trennt 2026 die Spreu vom Weizen. Die Salone del Mobile zeigte Vollhölzer, die mit natürlichen Ölen behandelt sind statt mit synthetischen Lacken. Eine geölte oder gewachste Oberfläche lässt die Maserung fühlbar, der dicke Kunstharz-Hochglanz wirkt dagegen versiegelt und gestrig.
Ein Material wirkt nur so echt wie seine Oberfläche. Genau hier setzte die Salone del Mobile 2026 2026 an: Massivhölzer wurden mit natürlichen Ölen behandelt, nicht mit deckenden Kunstharz-Lacken. Der Unterschied ist fühlbar. Eine geölte Platte bleibt offenporig, du spürst die Maserung unter der Hand, und kleine Gebrauchsspuren lassen sich nachölen statt abzuschleifen. Der dicke, glänzende Klarlack der späten 2010er versiegelt das Holz dagegen wie unter Folie.
Praktisch bedeutet das mehr Pflege, aber auch mehr Charakter über die Jahre. Ein Sideboard wie die OTTO home Sideboard Selma aus natur gebeiztem, gewachstem Massivholz (359,99 €) von OTTO home zeigt, wie eine natürlich behandelte Oberfläche altert: Sie nimmt Patina an, statt stumpf zu werden. Wer gezielt sucht, filtert direkt nach Vollholzmöbeln mit geölter Oberfläche. Und weil Patina 2026 als Qualität gilt und nicht als Makel, passt auch der Griff zu Kommoden im Vintage-Stil, deren Oberflächen ihre Geschichte schon mitbringen.
Warmes Metall ersetzt kaltes. Die 1stDibs-Umfrage nennt glänzendes Messing als gefragtes Detail für 2026, oft an Leuchten und Beschlägen. Kühles Chrom und das Roségold der späten 2010er treten zurück. Ein gebürstetes, warmes Gold verbindet sich besser mit dunklem Holz und sattem Samt als eine spiegelnde Chromfläche.
Metall ist 2026 kein Selbstzweck, sondern das verbindende Detail. Laut der 1stDibs-Umfrage gehört glänzendes Messing zu den gefragten Akzenten, häufig an Stehleuchten, Griffen und Tischgestellen. Das kühle Chrom und das Roségold der späten 2010er Jahre wirken daneben distanziert. Ein warmes, leicht gebürstetes Gold nimmt dagegen den Ton von Nussbaum und Samt auf und schließt die Materialpalette.
Schon ein einzelnes Stück reicht oft. Die goldfarbene Akku-Stehleuchte Bellies der Schöner Wohnen-Kollektion (59 €) der Schöner Wohnen-Kollektion bringt mit ihrem goldfarbenen Korpus genau diesen warmen Schimmer in eine Leseecke, ohne dass gleich der ganze Raum in Gold getaucht wäre. Wer das Detail an mehreren Stellen aufgreifen will, findet bei Stehleuchten in Gold passende Begleiter. Die Regel bleibt: ein warmes Metall, sparsam wiederholt, statt mehrerer kühler Glanzflächen nebeneinander.
Out sind 2026 die kühlen, glatten Oberflächen der späten 2010er. Dazu zählen kaltes Grau als Leitfarbe, deckendes Hochglanz-Weiß, kühl gebeiztes Espresso-Holz, die cremefarbene Bouclé-Welle, spiegelnde Kunststein-Imitate und kaltes Chrom. Gemeinsam ist ihnen die glatte, makellose Anmutung ohne fühlbare Materialität.
Ein ehrlicher Trendbericht benennt auch, was geht. 2026 verlieren vor allem die kühlen, makellosen Oberflächen, die das vorige Jahrzehnt geprägt haben. Kaltes Grau als alleinige Leitfarbe ist abgewählt, das zeigt die Verschiebung zu Braun und satten Tönen in der 1stDibs-Umfrage deutlich. Deckendes Hochglanz-Weiß und kühl gebeiztes Espresso-Holz wirken neben offenporiger Maserung schnell leblos.
Auch die cremefarbene Bouclé-Welle ebbt ab, wie mehrere Innenarchitekten gegenüber Domino festhalten, und die spiegelnde Kunststein-Optik verliert gegen echten, tastbaren Stein von der Salone del Mobile 2026. Kaltes Chrom schließlich tritt hinter warmes Messing zurück. Das heißt nicht, dass du alles austauschen musst. Es lohnt eher, beim nächsten Stück bewusst auf Material und Oberfläche zu achten, statt auf die glatte Makellosigkeit, die 2026 gestrig wirkt. Das Zukunftsinstitut ordnet diese Rückkehr zu warmen, langlebigen Materialien den Megatrends Neo-Ökologie und Neo-Biedermeier zu.
Eiche und Nussbaum führen laut 1stDibs die bevorzugten Hölzer an, die Salone del Mobile zeigte offene Maserung. Beispiel: das IDIMEX Lowboard Simona aus Massivholz in Nussbaum (271,95 €).
1stDibs-Umfrage 2026; Salone del Mobile 2026
Ein Materialtrend beschreibt, welche Werkstoffe und Oberflächen in einer Saison bevorzugt verbaut werden, etwa Massivholz, Naturstein oder Samt. Anders als ein Farbtrend bezieht er sich auf Haptik und Verarbeitung. Für 2026 prägen ihn warme, dunkle Hölzer, echter Stein und natürlich behandelte, geölte Oberflächen.
Die folgenden Zahlen belegen ausschließlich, wie das möbelguru-Sortiment im Bereich Wohnen strukturiert ist und wie sich die Preise bewegen. Sie sagen nichts über Nachfrage oder Beliebtheit aus, die Trend-Aussagen oben stammen aus den benannten Quellen.
Die fünf zentralen Material-Wechsel für 2026 auf einen Blick, jeweils mit der benannten Quelle.
| Materialfeld | Out 2026 | In 2026 | Quelle |
|---|---|---|---|
| Holz | Kühl gebeiztes Espresso-Holz, Hochglanz-Weiß | Warmer, dunkler Nussbaum mit Maserung | 1stDibs; Salone del Mobile |
| Polster | Cremefarbenes Bouclé | Satter Samt, Mohair, Wolle | Domino; 1stDibs |
| Stein | Spiegelnde Kunststein-Optik | Echter Marmor und Terrazzo, roh | Salone del Mobile |
| Finish | Synthetischer Kunstharz-Lack | Geöltes, gewachstes Vollholz | Salone del Mobile |
Wenn aus der Material-Inspiration eine konkrete Kaufentscheidung wird, hilft der Praxisvergleich weiter.
mehrere Innenarchitekten gegenüber Domino sowie die 1stDibs-Umfrage
Couchtisch SIT Marmor quadratisch
Bouclé gilt mehreren Designern zufolge als übersättigt, Burgund stieg in der 1stDibs-Umfrage von 7 auf 21 Prozent. Beispiel: das riess-ambiente Heaven 3-Sitzer in dunkelgrünem Samt (599,95 €).
Domino; 1stDibs-Umfrage 2026
Die Salone del Mobile belässt Stein bewusst tastbar und unpoliert. Beispiel: der quadratischen Marmor-Couchtisch von SIT (159,99 €).
Salone del Mobile 2026 (Surface Magazine)
Die Salone zeigte Hölzer mit natürlichen Ölen statt synthetischer Versiegelung. Beispiel: die OTTO home Sideboard Selma aus natur gebeiztem, gewachstem Massivholz (359,99 €).
Salone del Mobile 2026
Glänzendes Messing zählt laut 1stDibs zu den gefragten Akzenten 2026. Beispiel: die goldfarbene Akku-Stehleuchte Bellies der Schöner Wohnen-Kollektion (59 €).
1stDibs-Umfrage 2026
Aggregiert aus dem möbelguru-Sortiment der Kategorie /wohnen (Facetten über alle verfügbaren Modelle; Preis- und Trendwerte aus einer Stichprobe von bis zu 1.000 Modellen, Stand Generierung). Belegt Sortiments- und Preisstruktur, keine Nachfrage.
| Metall |
|---|
| Kühles Chrom, Roségold |
| Warmes, gebürstetes Messing |
| 1stDibs |