Out sind 2026 vier Dinge: das kühle Einheitsgrau, das im Sortiment mit 1.987 Modellen noch dominiert, glänzendes Hochglanz-Polyester, die wuchtige bodennahe Blockform ohne Beine und das kalt gebeizte Espresso-Furnier. Sie stehen quer zur ruhigen, warmen, materialehrlichen Haltung des Stils.
Ein ehrliches Stil-Porträt benennt auch, was geht. Beim Japandi-Sofa sind das vier Dinge, und das erste ist ausgerechnet das, was der Markt am häufigsten anbietet.
Das kühle Einheitsgrau ist 2026 das deutlichste Auslaufsignal. Es ist im möbelguru-Sortiment mit 1.987 von 6.335 Modellen weiterhin die häufigste Farbe, wirkt aber neben Salbei und Sand kalt und beliebig. Zweitens das glänzende Hochglanz-Polyester: Es spiegelt das Licht, wo Japandi eine matte, trockene Oberfläche braucht. Drittens die massige, bodennahe Blockform, die in den Jahren der XXL-Cloud-Sofas dominierte. Sie verschließt den Raum, statt ihn unter der Sitzfläche durchscheinen zu lassen. Und viertens das kalt gebeizte Espresso-Furnier, der graustichige dunkle Holzton, der neben warmem Nussbaum sofort älter aussieht.
Keines dieser Merkmale ist ein Defekt, und kein Sofa wird dadurch unbequem. Sie senden nur das falsche Signal. Wer sein vorhandenes Sofa retten will, kommt mit einem Wechsel der Begleitung oft weit: ein Leinenüberwurf in Sand, ein Beistelltisch aus warmem Holz, ein gedeckter Teppich. Den ganzen Stilwechsel ersetzt das nicht, aber es nimmt dem kühlen Grau die Schärfe.