Zurückgefahren werden 2026 kühles Grau als Grundton, spiegelnder Hochglanz, kalt gebeiztes Espresso-Holz und der Bouclé als Leitstoff. Auch das fotogene Einzelstück tritt zurück: Die imm cologne zeigte marktreife, vergleichbare Kollektionen statt ikonischer Showpieces.
Genauso aufschlussreich ist, was 2026 zurückgefahren wird. Kühles Grau als Grundton hat ausgedient, das war auf der imm cologne deutlich. Die warme Naturpalette übernimmt die Fläche. Grau verschwindet nicht, es rutscht vom Hauptton zum Akzent. Ehrlich bleibt dabei: Im aktuellen Sortiment ist Grau mit Abstand die größte Farbgruppe, der Wechsel passiert also gerade erst.
Hochglanz ist das zweite Auslaufmodell. In Köln hatten matte, haptische Oberflächen Vorrang, die spiegelnde Lackfront wirkt daneben kühl und gestrig. Beim Holz gilt dasselbe für das kalt gebeizte Espresso-Finish, das dem warmen Nussbaum weicht. Und der Bouclé, jahrelang der Leitstoff jeder Trendstrecke, hat seinen Höhepunkt überschritten.
Am größten ist der Bruch beim Format selbst. Das ikonische, fotogene Einzelstück, das früher die Messehallen trug, war nicht die Hauptsache. An seine Stelle traten marktreife, vergleichbare Kollektionen, die der Handel ordern kann, wie Matthias Pollmann es für die Koelnmesse formuliert. Wer 2026 modern wohnen will, wählt also weniger das eine Statement-Möbel und mehr ein stimmiges, wandelbares Set in warmen Tönen. Das Zukunftsinstitut nennt diesen Rückzug ins Häusliche Neo-Biedermeier.