Out ist der überladene Instagram-Boho: jede Fläche voll, Makramee an jeder Wand, Dutzende Kissen. 2026 zählt Zurückhaltung. Auch die kühle graue Basis vieler Wohnzimmer passt nicht mehr zur warmen Erdton-Richtung. Und billiges Kunststoff-Geflecht, das Rattan nur imitiert, fällt gegen echtes Handwerk sichtbar ab.
Ein ehrlicher Trendtext benennt auch, was geht. Der überladene Boho der späten 2010er, in dem jede Ablage voll und jede Wand mit Makramee behängt war, wirkt 2026 unruhig. Das Zukunftsinstitut beschreibt mit Neo-Biedermeier genau die Gegenbewegung: Rückzug und Ruhe statt Reizüberflutung. Moderner Boho darf atmen.
Auch die Farbbasis verschiebt sich. Wo das kühle Grau der 2010er-Jahre dominierte, liegt der Akzent jetzt auf warmen Erdtönen. Das heißt nicht, dass Grau verschwindet. Im Sortiment bleibt es mit 44.108 Treffern die größte Einzelgruppe. Aber als alleinige Bühne für Boho funktioniert es nicht mehr, dafür ist der Look zu warm geworden.
Und dann ist da die Material-Frage. Pantones Cloud Dancer zeigt, wohin die Reise geht: ruhige, ehrliche Oberflächen statt Effekt. Glänzendes Kunststoff-Geflecht, das Rattan nur nachahmt, fällt neben echtem Handwerk sofort auf. Lieber ein gutes Stück aus echtem Material als drei billige Imitate. Qualität vor Menge, das ist die eigentliche Korrektur des Jahres.