Die Aktion zieht 15,966 Prozent vom Bruttopreis ab, nicht 19 Prozent. Der Unterschied liegt im Bezugspunkt: Die Mehrwertsteuer kommt auf den Nettopreis obendrauf, der Rabatt geht vom Bruttopreis herunter. Bei einem Sofa für 1.549,99 Euro trennen die beiden Lesarten 47,03 Euro voneinander, bei einem für 2.249,99 Euro schon 68,26 Euro.
Die Verbraucherzentrale NRW rechnet das Beispiel in ihrem Hinweis vom 5. August 2026 durch. 100 Euro netto plus 19 Prozent ergeben 119 Euro brutto. Zieht man von diesen 119 Euro wieder 19 Prozent ab, landet man bei 96,39 Euro und damit unter dem Nettopreis. Der Weg zurück auf 100 Euro verlangt einen Abschlag von 15,966 Prozent. Genau diesen Satz gewähren Händler bei Mehrwertsteuer-Aktionen, und er steht meist auch im Kleingedruckten.
In Euro wird die Lücke schnell spürbar. Der Median der Sofas und Couches auf möbelguru liegt bei 1.549,99 Euro. 19 Prozent davon wären 294,50 Euro, tatsächlich abgezogen werden 247,47 Euro. Bei 999,99 Euro beträgt die Differenz 30,34 Euro, bei 2.249,99 Euro schon 68,26 Euro. Wer ein Modell wie die Home Affaire Wohnlandschaft Balme für 1.549,99 Euro von Home Affaire im Blick hat, rechnet also besser mit 247 Euro Nachlass als mit knapp 295 Euro. Die Mehrwertsteuer selbst verschwindet dabei nie. Händler führen sie weiter ans Finanzamt ab und weisen sie auf dem Kassenbon aus.