Ein Gästezimmer wird selten am Stück eingerichtet. Es entsteht meistens aus dem, was in anderen Zimmern übrig war, und genau daran scheitert es. Am meisten ändert sich mit erstaunlich wenig Geld an drei Stellen.
Licht auf zwei Ebenen
Eine einzelne Deckenleuchte macht jeden Raum flach. Die Bambusleuchte übernimmt das Grundlicht, gehört aber nicht in die Raummitte, sondern seitlich über die Bettkante. So blendet sie niemanden, der aufrecht im Bett sitzt. Dazu kommt eine zweite, kleine Lichtquelle auf einem der Nachttische, damit Gäste nicht durchs dunkle Zimmer zum Schalter laufen müssen. Passende Modelle stehen unter den skandinavischen Leuchten. Warmweiß mit rund 2.700 Kelvin trifft den Ton, den das dänische Hygge meint, kaltweißes Licht kippt den ganzen Raum ins Büromäßige.
Der Raum muss zwei Leben führen
Elf Monate im Jahr ist das Zimmer kein Gästezimmer. Damit es in dieser Zeit nicht zur Abstellkammer wird, braucht jedes Möbel eine zweite Funktion. Das Leiterregal trägt im Alltag Bücher und wird vor dem Besuch halb leergeräumt. Die unteren beiden Schubladen der Kommode gehören dem Haushalt, die oberen bleiben leer. Der Sessel ist die Leseecke und wird zur Kofferablage, sobald jemand kommt. Ohne diese Aufteilung steht das Zimmer voll, und das Ausräumen kostet vor jedem Besuch einen Abend.
Was Gäste wirklich vermissen
Ein Spiegel und zwei freie Steckdosen in Bettnähe fehlen in den meisten Gästezimmern, Kleiderbügel sowieso. Zusammen kosten sie unter 40 €. Wer die Matratze über Jahre nutzen will, dreht sie zweimal jährlich, weil Komfortschaum sonst einseitig nachgibt. Ersatz in der passenden Größe findet sich bei den Matratzen in 140 x 200 cm. Übersehen wird fast immer die Luft. Ein Gästezimmer riecht nach ungenutztem Raum, wenn es wochenlang zu war. Ein gekipptes Fenster am Vortag wirkt stärker als jeder Duftspender, und frisch bezogene Bettwäsche macht den Rest.