Orientteppich ist ein Sammelbegriff für handgeknüpfte Teppiche aus dem Vorderen Orient und Zentralasien, deren Muster nach Herkunftsregionen benannt sind. Bidjar, Isfahan, Nain, Mir, Keschan oder Herati stehen jeweils für eine eigene Knüpftradition und Musterordnung. Im Test tragen die höchstbewerteten Stücke genau diese Namen, etwa die THEKO-Serie Benares, die klassische persische Dessins in Indien knüpfen lässt.
Wolle ist das Rückgrat fast jedes guten Orientteppichs. Schurwolle vom lebenden Schaf hat einen hohen Lanolinanteil und damit die selbstreinigende, schmutzabweisende Eigenschaft, die Synthetik nicht nachbildet. Echte Seide kommt für feine Konturen und Glanzpartien dazu, kostet aber deutlich mehr und ist empfindlicher gegen Trittverkehr. Viskose wird gern als Kunstseide verkauft, sie schimmert anfangs ähnlich, mattet aber ab und ist nicht annähernd so haltbar.
Naturfarben sind ein eigenes Qualitätsmerkmal. Pflanzliche und tierische Farbstoffe, etwa Krapp für Rot oder Indigo für Blau, altern lichtecht und gleichmäßig. Eine sichtbare, wolkige Farbabweichung über die Fläche heißt Abrasch und entsteht, wenn verschiedene Farbbäder aufeinandertreffen. Sie ist kein Mangel, sondern ein Echtheitszeichen handgefärbter Wolle. Synthetisch gefärbte Billigware verblasst dagegen oft ungleichmäßig und schlägt ins Grünliche oder Graue um.
Pflegeleicht bleibt ein Wollteppich nur mit der richtigen Behandlung. Regelmäßiges Absaugen ohne rotierende Bürste, gelegentliches Lüften und das sofortige Abtupfen von Flecken reichen meist aus, weil das Wollfett die Faser schützt. Worauf es bei der schonenden Reinigung ankommt, erklärt der Ratgeber von Utopia. Naturbelassene Wolle kann Motten anziehen, weshalb dunkle, selten genutzte Ecken regelmäßig kontrolliert werden sollten.