Worauf es beim Gabbeh-Kauf ankommt
Ein Gabbeh-Teppich lebt von vier Eigenschaften, die den Preis bestimmen und im Alltag spürbar sind. Wer sie kennt, erkennt schnell, ob ein Angebot fair ist.
Webart: handgewebt, handgeknüpft oder getuftet
Der wichtigste Unterschied steckt in der Herstellung. Bei einem handgewebten oder handgeknüpften Gabbeh entsteht das Muster direkt aus den verwebten Fäden, der Teppich ist beidseitig stabil und hält Jahrzehnte. Ein getufteter Teppich wird dagegen in einen Trägerstoff gestochen und auf der Rückseite verklebt. Er ist günstiger, löst sich aber bei starker Beanspruchung schneller. Mehrere handgewebte Modelle im Test tragen sogar das GoodWeave-Siegel, das Kinderarbeit in der Produktion ausschließt.
Material: reine Schurwolle und ihr Wollfett
Echte Gabbehs bestehen aus 100 Prozent Schurwolle. Das enthaltene Wollfett (Lanolin) macht die Faser von Natur aus schmutz- und wasserabweisend, schwer entflammbar und feuchtigkeitsregulierend. Synthetik kann das nicht. Achten Sie auf Angaben wie reine Schurwolle oder Wollsiegel, nicht auf vage Begriffe wie Naturfaser-Mix.
Knotendichte und Florhöhe
Gabbehs haben bewusst eine gröbere Knotung als feine Orientteppiche, dafür einen dickeren Flor von 9 bis 14 Millimetern. Mehr Florhöhe heißt mehr Trittkomfort, aber auch etwas mehr Pflege. Eine höhere Knotendichte verbessert Detailtreue und Langlebigkeit und treibt den Preis in den oberen Segmenten.
Naturfarben
Pflanzliche und tierische Farbstoffe bleiben unter Sonneneinstrahlung jahrelang stabil, während synthetische Färbungen schneller ausbleichen. Leichte Farbabweichungen sind bei handgefärbter Wolle ein Echtheitsmerkmal, kein Mangel.
Wer flach gewebte Modelle ohne Flor sucht, findet in unserem Ratgeber zu Kelim-Teppichen die passende Alternative. Für klassische Knüpfware lohnt der Blick in den Ratgeber zu Orientteppichen.