Die Schranktiefe entscheidet zuerst
Vor Farbe und Frontform steht die Tiefe. Für frei hängende Kleidung gelten 55 bis 60 cm als Richtwert, der Verband der Deutschen Möbelindustrie rechnet mit 54 cm Korpustiefe pro Person. Drehtürenschränke liegen meist bei 54 cm, Schwebetürenschränke brauchen wegen der vorgelagerten Laufschienen rund 62 cm. Unter 50 cm lässt sich Kleidung nur quer einhängen oder falten, was den Stauraum halbiert. Im Test trennt diese Zahl die Klassen sauber: Die Stoff- und Steckschränke bis 100 Euro bleiben bei 46 bis 50 cm, ab der 300-Euro-Klasse erreichen die Korpusmöbel 54 cm und mehr.
Hängen, Falten und Schuhe brauchen eigene Zonen
Ein Schrank mit einer einzigen langen Stange verschenkt die Höhe darunter. Sinnvoll ist eine Mischung aus einer Stange für Mäntel und Kleider, einer doppelten Hängezone für kurze Oberteile und mehreren verstellbaren Böden für Gefaltetes. Wer die Innenaufteilung später feiner steuern will, ergänzt sie mit passenden Ordnungssysteme fürs Schrankinnere. Für Wäsche, die flach liegen soll, sind zusätzliche Wäschekommoden oft günstiger als Schubladen im Schrank.
Tragkraft und Material bestimmen die Lebensdauer
Eine Kleiderstange sollte 30 bis 40 kg tragen, sonst biegt sie sich unter einer vollen Wintergarderobe durch. Beim Korpus reicht beschichteter Holzwerkstoff für die meisten Haushalte, weil er kratzfest und feuchteunempfindlicher als geöltes Massivholz ist. Massivholz lohnt sich, wenn der Schrank Jahrzehnte halten und sich abschleifen lassen soll. Hochglanzfronten sehen edel aus, zeigen aber jeden Fingerabdruck und verlangen häufiges Abwischen.
Bauart nach Raum wählen
In engen Räumen gewinnen Schwebetüren, weil sie keinen Schwenkbereich brauchen. Wer mehr über die Mechanik und die Maße dieser Bauart wissen will, findet die Details im Ratgeber zu Schwebetürenschränke. Drehtüren öffnen dafür den vollen Schrankquerschnitt auf einen Blick und kosten in vergleichbarer Ausstattung weniger.