Anschluss zuerst klären: Niederdruck oder Hochdruck
Bevor Optik und Preis überhaupt eine Rolle spielen, muss der Anschluss passen. Sitzt unter dem Waschbecken ein kleiner druckloser Boiler oder Untertischspeicher, brauchen Sie zwingend eine Niederdruckarmatur mit drei Anschlüssen. An eine solche Armatur werden Kaltwasser sowie Zu- und Ablauf des Speichers geführt, damit der beim Aufheizen entstehende Überdruck über den Auslauf entweichen kann. Eine Hochdruckarmatur besitzt nur zwei Anschlüsse und gehört an die zentrale Warmwasserversorgung oder einen druckfesten Durchlauferhitzer. Wer die beiden verwechselt, riskiert im schlimmsten Fall einen platzenden Speicher (siehe Umweltbundesamt zur Trinkwasserinstallation).
Der Werkstoff entscheidet über die Lebensdauer
Im Inneren einer guten Armatur steckt Messing oder Edelstahl, im Inneren einer billigen dünnwandiger Zinkdruckguss. Messing ist korrosionsfest, schwerer und dämpft Fließgeräusche durch seine Masse. Zink ist leichter und günstiger, neigt aber bei hohem Hausdruck zu Vibrationen. Ein spürbar leichtes Gehäuse ist deshalb ein Warnsignal. Verchromtes Messing gilt als guter Kompromiss aus Preis und Haltbarkeit.
Die Kartusche ist das Herz jeder Mischbatterie
Moderne Einhebelmischer regeln Menge und Temperatur über zwei Keramikscheiben in einer Kartusche. Keramik verschleißt kaum und hält bei guter Qualität viele Jahre, während einfache Gummidichtungen oft schon nach ein bis zwei Jahren tropfen. Achten Sie auf zertifizierte Kartuschen mit hoher Zyklenzahl, etwa 500.000 Schaltungen. Eine 35-mm-Kartusche läuft in der Regel ruhiger und langlebiger als die kleinere 28-mm-Bauart.
Wasserverbrauch und Strahlqualität
Ein Strahlregler oder Perlator mischt dem Wasser Luft bei und senkt den Durchfluss von rund 15 auf 6 bis 8 Liter pro Minute, ohne dass der Strahl schwächer wirkt. Herstellerkürzel wie EcoSmart oder Air Power stehen für genau diese Technik. Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie, weil weniger Warmwasser aufgeheizt werden muss. Für den Waschtisch liegt ein sinnvoller Wert bei 5 bis 6 Litern pro Minute.
Auslaufhöhe und Ausladung müssen zum Becken passen
Ein hoher Auslauf schafft Platz zum Händewaschen, spritzt bei flachen Aufsatzbecken aber leichter über den Rand. Die Ausladung, also wie weit der Strahl ins Becken reicht, sollte etwa in der Beckenmitte auftreffen. Für tiefe Aufsatzschalen gibt es bewusst hohe Armaturen, für flache Einbaubecken niedrigere. Passt beides nicht zusammen, landet das Wasser dauerhaft am Beckenrand.
Wer parallel die Dusche plant, findet die passenden Modelle in unserem Kaufberater für Duscharmaturen; für die Badewanne lohnt der Blick in den Ratgeber zu Wannenarmaturen.