So klar die vier neuen Farben streuen, so einig sind sich die Institute bei dem, was geht. An erster Stelle steht das kühle Grau, das ein Jahrzehnt lang die Standardfarbe für Schlafzimmer war. WGSN, Dulux und Benjamin Moore rahmen 2026 alle als Rückkehr zur Wärme, und in dieser Erzählung ist Grau der Verlierer. Es bleibt funktional, aber es führt die Stimmung nicht mehr an.
Mitgenommen wird das kalte, grau gebeizte Espressobraun der späten 2010er. Es sieht dem neuen warmen Nussbaum oberflächlich ähnlich, ist aber das Gegenteil: blaustichig statt rötlich, kühl statt behaglich. Wer die Töne verwechselt, holt sich genau das ins Zimmer, was gerade ausläuft. Auch das harte, technische Reinweiß gehört dazu. Cloud Dancer ist warm gemeint, sein kalter Verwandter nicht.
Bei den Stoffen verschiebt sich ebenfalls etwas. Bouclé, der gelockte Polsterstoff der vergangenen Jahre, hat seinen Zenit überschritten und wird vom weicheren Samt abgelöst. Tot ist Bouclé nicht, aber er trägt den Raum nicht mehr allein. Im Sortiment merkt man von all dem noch wenig: Grau führt mit 48.330 Modellen weiter, schlicht weil der Bestand aus den grauen Jahren stammt. Die Prognose und das Lager laufen hier gerade auseinander.