Sieben Möbel stehen im Raum, und keines davon ist Dekoration. Den Rest der Wirkung macht die Ausstattung, die man nicht im Möbelhaus mitbestellt.
Licht
Industrial-Vintage verträgt kein flächiges Deckenlicht. Eine einzelne Deckenleuchte macht die dunklen Oberflächen matt und das Metall stumpf. Besser sind mehrere Lichtquellen auf unterschiedlicher Höhe, etwa eine Stehleuchte neben dem Sessel auf Lesehöhe und eine kleine Leuchte auf dem Wandregal. Warmweiße Leuchtmittel um 2.700 Kelvin lassen das Braun warm wirken, kaltweißes Licht zieht es ins Gräuliche. Wer eine Hängeleuchte über den Couchtisch setzt, hängt sie tief genug, dass das Leuchtmittel im Sitzen nicht direkt ins Auge fällt.
Textilien
Sieben Möbel, überwiegend Holz und Metall, ergeben einen harten Raum, akustisch wie optisch. Ein grober Teppich unter der Sitzgruppe schluckt Trittschall und trennt die Zone vom Rest. Er sollte so groß sein, dass die Vorderbeine von Sofa und Sessel darauf stehen, sonst schwimmt die Sitzgruppe. Wolle oder Jute in Sand und Rost bleibt in der Farbfamilie. Zwei Kissen auf dem Sofa reichen, mehr arbeitet gegen den reduzierten Charakter des Stils.
Später ergänzen
Der Raum ist bewusst nicht voll gestellt. Wer nachkauft, hat zwei sinnvolle Stellen, nämlich die Ecke neben dem Sessel und die Fläche unter dem Fenster. Massivholz lässt sich dort ergänzen, ohne dass die Maserung exakt zum Couchtisch passen muss, weil Vintage leichte Abweichungen ohnehin verträgt. Ein zweiter Sessel oder eine Truhe als Sitzgelegenheit sind die naheliegenden Kandidaten. Passende Hölzer stehen bei den Tischen aus Sheesham, zusätzlicher geschlossener Stauraum bei den Kommoden im Vintage-Stil.