
Heizperiode ab 1. Oktober: Wenn der Wärmeschutz-Vorhang den Heizkörper zudeckt
Am 1. Oktober 2026 beginnt die Heizperiode, die erste mit versteigertem CO2-Preis: Die Deutsche Emissionshandelsstelle nennt einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, im Nachkauf 68 Euro. Das Umweltbundesamt hält zugleich fest, dass Möbel und Vorhänge nicht vor Heizkörper gehören. Im Sortiment sind 53,5 Prozent der Vorhänge bodenlang.

Thomas Klein
Möbelexperte & Materialwissenschaftler
Auf einen Blick
- Die Heizperiode läuft vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. April 2027. Sie ist die erste, in der Deutschland die CO2-Zertifikate fürs Heizen versteigert statt sie zum Festpreis abzugeben.
- Das Umweltbundesamt lässt keinen Spielraum: Möbel und Vorhänge gehören nicht vor Heizkörper und Thermostatventile.
- Von 513 Vorhängen mit Wärmeschutz-Label messen 253 mindestens 225 Zentimeter. Fast die Hälfte der Gruppe, die Wärme sparen soll, ist also lang genug, um den Heizkörper zu verdecken.
- Fensterbank-Längen sind die Minderheit: 418 von 1.654 vermessenen Vorhängen bleiben bei höchstens 160 Zentimetern.
- Ein Thermo-Seitenzugrollo sitzt in der Fensterlaibung und lässt den Heizkörper frei. Im Sortiment beginnt diese Bauart bei rund 26 Euro.
Warum es wichtig ist
Der Zeitpunkt macht aus einer Einrichtungsfrage eine Kostenfrage. Zum Start der Heizperiode wechselt Deutschland beim CO2-Preis fürs Heizen von einem festen Satz auf Versteigerungen, und parallel hängen Millionen Haushalte die schweren Wintervorhänge auf. Beides trifft sich an derselben Wand: der Heizkörper unter dem Fenster.



