Nur ein Teil der Möbel-Deals am Prime Day spart wirklich Geld. Viele Streichpreise beziehen sich auf eine unverbindliche Preisempfehlung, nicht auf den zuletzt verlangten Preis. Seit Mai 2022 schreibt Paragraf 11 der Preisangabenverordnung vor, dass sich ein beworbener Rabatt auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen muss.
Ein roter Rabatt-Stempel und ein durchgestrichener Preis sehen nach Sparen aus, sagen aber wenig über die echte Ersparnis. Entscheidend ist, worauf sich der Streichpreis bezieht. Seit dem 28. Mai 2022 verpflichtet Paragraf 11 der Preisangabenverordnung Händler, bei jeder beworbenen Preissenkung den niedrigsten Gesamtpreis der vergangenen 30 Tage anzugeben. Ein Prozent-Rabatt, der gegen eine unverbindliche Preisempfehlung rechnet, erfüllt diese Vorgabe nicht.
Wie heikel das in der Praxis ist, zeigt ein Urteil. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagte gegen die Rabatt-Darstellung von Amazon, und das Landgericht München I gab ihr am 14. Juli 2025 in mehreren Punkten recht. Das Gericht stufte gleich drei Varianten der Streichpreis-Werbung als irreführend ein, weil sich die Rabatte nicht auf einen zuvor von Amazon selbst verlangten Preis bezogen. Amazon kündigte Berufung an.
Für dich heißt das: Verlass dich bei Möbeln nicht auf die Prozentzahl. Ein ehrlicher Deal zeigt sich erst, wenn du den Angebotspreis gegen die Preishistorie der letzten Wochen hältst. Genau das ist bei großen Stücken wie Betten oder Matratzen der Unterschied zwischen echter Ersparnis und gefühltem Schnäppchen.