Breite und Tiefe zuerst klären
Die wichtigste Maßzahl ist die Breite. Ein TV-Schrank sollte mindestens so breit sein wie der Fernseher, besser 20 bis 30 Zentimeter breiter, damit eine Soundbar daneben passt und der Aufbau ausbalanciert wirkt. Ein 65-Zoll-Gerät misst etwa 145 Zentimeter in der Breite, der Schrank sollte hier also mindestens 160, idealerweise 180 Zentimeter erreichen. Genauso wichtig ist die Tiefe: Viele günstige Modelle messen nur 30 bis 38 Zentimeter, doch die Standfüße großer Fernseher ragen dann über die Vorderkante. Messen Sie vor dem Kauf den Fußabstand Ihres Geräts oder planen Sie einen Wandhalter ein.
Standfestigkeit und Kippschutz
Ein schweres Standmodell mit hohem Eigengewicht steht von sich aus kippsicher, in unserem Test reicht das von den 72 Kilogramm des Tikamoon Bonnie bis zu den 80 Kilogramm Eigengewicht des Tikamoon Isaure. Leichte Wand- und Eckkonstruktionen sparen Material, verlagern die Sicherheit aber auf die Wand. Die Sicherheitsanforderungen für Wohnmöbel mit Stauraum regelt die DIN EN 14749, deren aktuelle Fassung aus dem Juli 2022 auch Standsicherheit und Kippverhalten prüft. In Haushalten mit Kindern gehört an jedes freistehende Möbel ein Kippschutzgurt an die Wand, denn ein über die Kante ragender Fernseher kann den ganzen Schrank nach vorn ziehen.
Material entscheidet über die Lebensdauer
Unter 200 Euro dominiert beschichtete Span- oder MDF-Platte. Sie ist pflegeleicht, quillt aber bei Nässe an offenen Kanten dauerhaft auf und ist kratzempfindlich. Ab der 300-Euro-Klasse kommen Massivholzbeine an MDF-Korpus und erstmals Teak ins Spiel, oberhalb von 500 Euro trägt der ganze Korpus Massivholz wie Akazie oder Ulme. Achten Sie bei beschichteten Möbeln auf die Emissionsklasse E1: Sie begrenzt die Formaldehydabgabe auf maximal 0,1 ppm in der Raumluft und ist in Deutschland für Möbel im Innenraum vorgeschrieben.
Kabelmanagement und Belüftung
Receiver, Konsole und Router erzeugen ein Kabelgewirr, das ein guter Schrank über Durchführungen oder hinter geschlossenen Fronten ordnet. Die größten Schwächen im Test lagen genau hier: Mehrere breite Lowboards bieten trotz großer Standfläche keine einzige Kabeldurchführung und zwingen dazu, selbst nachzubohren. Aktive Geräte brauchen zugleich Belüftung. Wer den Receiver dauerhaft hinter eine geschlossene Tür ohne Öffnung sperrt, staut Wärme und blockiert oft die Infrarot-Fernbedienung. Eine Mischung aus offenen und geschlossenen Fächern löst diesen Zielkonflikt am besten.
Wer einen schlankeren Unterbau ohne hohe Türen sucht, vergleicht parallel die schwebenden Varianten unter den TV-Lowboards. Soll der Fernseher Teil einer durchgehenden Möbelfront werden, verbindet eine Wohnwand Schrank, Regal und Vitrine zu einer Einheit.