Atmungsaktivität entscheidet über das Schlafklima
Eine atmungsaktive Decke transportiert die Feuchtigkeit ab, die ein Körper pro Nacht abgibt. Kapok und Tussah-Seide leiten Schweiß besonders schnell weiter, reine Baumwolle nimmt ihn auf und gibt ihn beim Lüften wieder frei. Sinkt der Naturfaseranteil zugunsten von Polyacryl oder Polyester, staut sich die Wärme schneller, was sich in warmen Nächten als klammes Gefühl bemerkbar macht. Stiftung Warentest bestätigt diesen Vorteil und vergab gerade Naturfasermodellen wie Kamelhaar gute Noten bei der Feuchtigkeitsregulierung.
Materialreinheit und Zertifizierung prüfen
Naturfaser ist kein geschützter Begriff. Eine Decke mit 58 Prozent Baumwolle und 42 Prozent Kunstfaser darf so heißen, fühlt sich aber anders an als eine Füllung aus 100 Prozent Baumwolle oder Kamelhaar. Achten Sie auf die genaue Prozentangabe in Bezug und Füllung. Ein OEKO-TEX Standard 100 sichert die Schadstofffreiheit ab, das GOTS-Siegel geht weiter und verlangt mindestens 95 Prozent zertifizierte Biofaser samt sozialer Standards in der Produktionskette.
Füllgewicht statt Wärmeklasse lesen
Begriffe wie Sommerdecke, Leichtsteppbett oder Ganzjahresdecke sind im Handel nicht einheitlich definiert. Die einzige belastbare Zahl ist das Füllgewicht, am besten bezogen auf das Standardmaß 135x200 cm. Eine Sommerdecke liegt dort etwa bei 400 bis 500 Gramm, eine Winterdecke bei 800 Gramm und mehr. Wer dieselbe Wärme in 155x220 cm sucht, braucht entsprechend mehr Füllung, weil sich das Gewicht auf eine größere Fläche verteilt.
Pflegeaufwand vor dem Kauf einplanen
Viele Naturfaserfüllungen vertragen nur Schonwäsche bei 30 oder 40 Grad und gehören nicht in den Trockner. Das ist für die Materialschonung gut, schränkt aber die Hygiene ein. Wenn Sie eine Decke bei 60 Grad waschen möchten, etwa als Hausstaubmilben-Allergiker, prüfen Sie diese Angabe vor dem Kauf. Eine ausführliche Einordnung der Konstruktionsarten finden Sie in unserem Kaufberater für Bettdecken.