IP-Schutzklasse nach DIN EN 60529
Die Schutzart ist das wichtigste Kriterium für jede Außenleuchte. Die erste Ziffer nach den Buchstaben IP beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser, definiert in der DIN EN 60529. IP44 schützt nur gegen Spritzwasser aus allen Richtungen und eignet sich für überdachte Bereiche wie Carports oder Balkone mit Dachvorsprung. IP54 ergänzt einen eingeschränkten Staubschutz und passt für halb geschützte Fassadenbereiche. Erst IP65 bietet vollen Schutz gegen Strahlwasser und Staub, was für die direkte Montage an ungeschützten Hauswänden oder im offenen Garten notwendig ist. Im Testfeld erreichen nur etwa ein Drittel der Modelle diese Schutzart. Ein IP44-Gerät am falschen Standort zeigt nach dem ersten Starkregen Wassereintritt in die Elektronik und fällt innerhalb weniger Monate aus.
Auch das beste IP65-Gehäuse ist wertlos, wenn die Lichtmenge den Einsatzzweck verfehlt.
Lichtleistung in Lumen
Die Lichtleistung variiert in unserem Testfeld zwischen 100 und 3.400 Lumen. Diese Spreizung bedeutet einen Faktor 34 in der Lichtmenge, ohne dass der Preis diesen Unterschied widerspiegelt. Für reine Wegmarkierung oder Akzentlicht an Pflanzbeeten genügen 100 bis 300 Lumen. Die Ausleuchtung eines Hauseingangs verlangt mindestens 500 Lumen, damit Gesichter erkennbar bleiben. Einfahrten und Carports benötigen 800 Lumen oder mehr, um Personen und Fahrzeuge zuverlässig sichtbar zu machen. Der Testsieger EGLO Salitta liefert 1.080 Lumen bei 9 Watt, was einer Lichtausbeute von 120 Lumen pro Watt entspricht. Dieser Wert ist effizienzseitig solide und spart bei täglich vier Betriebsstunden über zehn Jahre rund 30 Euro Stromkosten gegenüber einer vergleichbar hellen Halogen-Lösung.
Die Lichtmenge allein sagt nichts über die Stimmung aus, die am Abend auf Ihrer Terrasse entsteht.
Farbtemperatur in Kelvin
Die Farbtemperatur reicht in unserem Testfeld von 2.900 bis 6.500 Kelvin. Werte um 3.000 Kelvin erzeugen warmweißes Licht, das einer klassischen Glühlampe ähnelt und eine gemütliche Atmosphäre auf Terrassen und Balkonen schafft. Zwischen 4.000 und 4.500 Kelvin liegt neutralweißes Licht, das sich für funktionale Zonen wie Arbeitsbereiche oder Werkstatteingänge eignet. Ab 5.000 Kelvin wird das Licht kalt und klinisch, was die Umgebung wie einen Parkplatz wirken lässt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Wohnbereiche warmweißes Licht und verweist darauf, dass Lumen und Kelvin wichtiger sind als die reine Wattangabe. Eine falsche Farbtemperatur lässt sich nach dem Kauf nicht korrigieren, außer das Modell verfügt über eine Farbwechsel-Funktion wie die EGLO Maruggio mit vier wählbaren Stufen.
Farbe und Menge des Lichts bestimmen die Stimmung, das Gehäuse entscheidet über die Lebensdauer.
Material des Gehäuses
Im Testfeld dominieren drei Werkstoffe: Aluminium, Edelstahl und Kunststoff. Aluminium leitet die Wärme der LEDs effizient ab, was die Lebensdauer der Chips verlängert. Voraussetzung ist eine intakte Pulverbeschichtung, da blankes Aluminium bei Beschädigungen zu Lochfraß neigt. Edelstahl bleibt auch bei Kratzern korrosionsbeständig und eignet sich für Küstenregionen mit salzhaltiger Luft. Kunststoffgehäuse sind leicht und bruchsicher, vergilben jedoch nach zwei bis drei Jahren unter UV-Einstrahlung und werden spröde. Die STAR TRADING Roma im Einsteigersegment kombiniert Edelstahl mit einer Glaskugel und hält damit länger als reine Kunststoffalternativen zum gleichen Preis.
Neben dem Material entscheidet die Qualität der Verarbeitung über die tatsächliche Haltbarkeit.
Verarbeitungsqualität
Die Verarbeitungsqualität zeigt sich an Details, die auf Produktfotos selten sichtbar sind. Gut verarbeitete Modelle nutzen Dichtungsgummis zwischen Gehäuse und Diffusor, die beim Schließen gleichmäßig komprimieren. Schlechte Verarbeitung zeigt sich in sichtbaren Schrauben an der Frontseite, ungleichmäßigen Spaltmaßen zwischen Metall und Kunststoff oder Lackabplatzern an den Kanten. Die Pulverbeschichtung muss das komplette Gehäuse inklusive der Montagepunkte abdecken, denn unbehandelte Stellen an den Bohrungen sind Einfallstore für Korrosion. Im Segment unter 30 Euro finden sich immer wieder Modelle mit Kunststoff-Halterungen, die bei Frost ihre Form verändern und dann die Montage lockern.
Material und Verarbeitung erklären den Preis, aber erst das Preis-Leistungs-Verhältnis zeigt, wo Sie wirklich sparen.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Preis pro Lumen variiert im Testfeld um den Faktor sechs. Ein Modell wie die BRILLIANT Tilbury liefert für 27 Euro etwa 17 Lumen pro Euro bei vollem IP65-Schutz. Billigere Varianten unter 20 Euro erreichen nominal bessere Werte pro Euro, verzichten dafür aber auf IP65 und setzen auf Kunststoff. Im Segment bis 100 Euro fällt der Preis pro Lumen wieder, weil hier höhere Lichtleistungen mit effizienten LED-Treibern kombiniert werden. Die zehn Euro Aufpreis vom Einsteiger- zum Mittelsegment sind der wichtigste Schritt, weil er die Wetterfestigkeit auf ein brauchbares Niveau hebt. Darüber hinaus zahlen Sie vor allem für Materialqualität, höhere Lumen-Werte und zusätzliche Funktionen wie wählbare Farbtemperaturen oder Bewegungsmelder.
Mit diesen sechs Kriterien können Sie die Preisunterschiede im Testfeld nun realistisch einordnen.