Vor dem Kauf einer Gardine sollten Sie zuerst klären, welche Aufgabe der Stoff am Fenster erfüllen soll. Davon hängt alles Weitere ab, vom Material bis zur Aufhängung.
Lichtdurchlässigkeit: die wichtigste Entscheidung
Gardinen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Licht und Blick sie durchlassen. Transparente Voile-Stoffe streuen Tageslicht und schützen tagsüber lose vor Blicken, abends bei Innenlicht bleibt der Raum von außen einsehbar. Halbtransparente Bahnen dämpfen das Licht stärker. Blickdichte Vorhänge halten Blicke rund um die Uhr fern, ohne den Raum komplett abzudunkeln. Verdunkelnde Dimout-Stoffe reduzieren das Licht deutlich, ein echter Blackout mit nahezu vollständiger Dunkelheit gelingt nur mit dicht gewebten Spezialstoffen. Wer das Schlafzimmer wirklich dunkel bekommen will, kombiniert einen Vorhang oft mit einem Verdunklungsrollo direkt am Fenster.
Material und Stoffgewicht
Das Gewicht in Gramm pro Quadratmeter sagt mehr über Fall und Blickdichte als jede Produktbeschreibung. Leichte Voile-Stoffe flattern bei Zugluft und wirken filigran, schwere Bahnen fallen ruhig und gerade und blockieren mehr Licht. Polyester ist pflegeleicht, fleckenresistent und günstig, wirkt aber synthetisch. Baumwolle und Leinen fühlen sich natürlicher an und fallen edler, brauchen dafür mehr Pflege. Viskose-Mischungen bringen einen feinen Glanz. Für den Außenbereich auf Terrasse oder Balkon eignet sich nur wetterfestes Polyacryl, das Sonne und Feuchtigkeit standhält.
Aufhängung und Maße
Die Aufhängung muss zur vorhandenen Gardinenstange oder Schiene passen. Kräuselband ist am einfachsten und braucht kein Zubehör, Ösen sitzen sauber an runden Stangen und erzeugen gleichmäßige Wellen, verdeckte Schlaufen wirken moderner, ein Multifunktionsband erlaubt beide Varianten. Schiebegardinen benötigen eine eigene Schiene und eine Beschwerungsstange. Bei der Breite gilt ein Faltenfaktor von etwa dem Zweifachen der Fensterbreite, damit der Vorhang Falten wirft statt flach zu hängen. Die Länge sollten Sie vor der Bestellung am Fenster ausmessen, denn gängige Konfektionshöhen wie 175, 225 oder 245 Zentimeter passen nicht zu jeder Decke.
Zusatzfunktionen
Thermovorhänge mit dichtem Gewebe dämmen gegen Kälte und können die Heizkosten messbar senken. Akustikstoffe dämpfen zusätzlich Schall, was in lauten Stadtlagen den Unterschied macht. Für kurze Fenster in Küche und Bad reichen oft Scheibengardinen, während raumhohe Vorhänge große Fronten und bodentiefe Fenster bedienen.