Beim Ecksofa entscheidet die Geometrie über fast alles. Bevor Sie auf Bezug oder Farbe schauen, sollten drei Fragen geklärt sein: Wie groß darf das Sofa werden, auf welcher Seite sitzt die Ecke, und wird die Liegefläche wirklich genutzt? Der DIN-Verbraucherrat empfiehlt, vor dem Kauf den Stellplatz samt Türen und Laufwegen auszumessen, weil sperrige Polstermöbel die häufigste Ursache für Reklamationen und Fehlkäufe sind.
Eckform und Passgenauigkeit
Die Eckform ist das wichtigste Kriterium und geht mit 25 Prozent in unsere Bewertung ein. Eine L-Form passt an eine gerade Wand, eine U-Form braucht freien Raum auf drei Seiten. Achten Sie darauf, ob die Recamiere fest links oder rechts sitzt oder beidseitig montierbar ist. Ein beidseitiges Modell wie das DOREL Home Celine erspart beim nächsten Umzug einen Neukauf, weil sich die lange Seite an die neue Raumsituation anpassen lässt. Prüfen Sie auch, ob die Ecke ohne Lücke schließt: Billige Konstruktionen lassen am Übergang einen Spalt, in den Krümel und Fernbedienungen verschwinden.
Sitzkomfort und Sitztiefe
Im Eckbereich treffen zwei Sitzrichtungen aufeinander, hier zeigt sich schlechte Polsterung zuerst. Eine Sitztiefe von mindestens 60 cm gilt als bequem für entspanntes Zurücklehnen, flachere Tiefen ab 45 cm zwingen zu einer aufrechteren Haltung. Das ist nicht grundsätzlich schlechter: Wer das Sofa vor allem zum Fernsehen und für Gespräche nutzt, sitzt aufrecht oft rückenfreundlicher. Wer dagegen darin versinken will, braucht Tiefe. Eine motorische Sitztiefenverstellung, wie sie das W.Schillig piedroo bietet, löst den Zielkonflikt für Haushalte mit unterschiedlich großen Personen.
Federung und Gestell
Die tragende Konstruktion entscheidet über die Lebensdauer. Wellenfederung auf Holzwerkstoff ist günstig und für gelegentliche Nutzung ausreichend, ein Taschenfederkern auf Massivholzrahmen hält die Sitzfläche bei täglicher Beanspruchung länger formstabil. In unserem Vergleich liegt genau hier der größte Sprung, nämlich zwischen der 500- und der 1000-Euro-Klasse. Ein Massivholzrahmen erhöht das Gewicht, das ist beim Transport ein Nachteil, im Stand aber ein Zeichen für Stabilität. Modelle, die der Norm DIN EN 12520 entsprechen, erfüllen geprüfte Mindestanforderungen an Festigkeit und Standsicherheit von Sitzmöbeln im Wohnbereich.
Stauraum und Funktion
Ein Bettkasten unter der Recamiere schluckt Bettzeug und macht das Sofa zum Gästebett ohne separaten Schrank. Wiegen Sie den Nutzen ehrlich ab: Eine Schlaffunktion kostet in der 2000-Euro-Klasse mehrere Hundert Euro Aufpreis, den Sie sparen, wenn Gäste nur selten bleiben. Wer Ordnung schätzt, findet schon unter 500 Euro Modelle mit Stauraum und Ablagen. Für angrenzende Möbelfragen lohnt der Blick in unsere Ratgeber zu Big Sofas und Wohnlandschaften, die bei großem Raumangebot eine Alternative zur klassischen Ecke sind.