Auf den niedrigsten Preis schauen, ohne die Grammatur zu prüfen
Eine Fleecedecke für drei Euro mit 156 g/m² wirkt im Laden flauschig, kühlt aber an einem Winterabend in einem Raum mit 19 Grad spürbar aus. Die fehlenden 100 bis 200 g/m² Materialdichte machen den Unterschied zwischen einer Sommerdecke und einer alltagstauglichen Winterdecke aus.
Besser: Die Grammatur immer in der Produktbeschreibung suchen oder beim Hersteller anfragen. Unter 200 g/m² nur als Sommer- oder Übergangsdecke kaufen, ab 280 g/m² für den ganzjährigen Einsatz.
OEKO-TEX-Zertifizierung als Marketing-Beiwerk abtun
Polyester wird im Färbeprozess mit Chemikalien behandelt, die ohne Prüfung in der fertigen Decke verbleiben können. Bei direktem Hautkontakt, etwa als Krabbeldecke oder im Bett, kann das bei empfindlichen Personen Ausschläge oder allergische Reaktionen auslösen.
Besser: Bei jeder Decke, die mit der Haut in Kontakt kommt, auf das OEKO-TEX-Standard-100-Siegel achten. Die Mehrkosten gegenüber unzertifizierten Modellen liegen oft unter zwei Euro.
Größe nach dem Bauchgefühl wählen
Maße wie 130 x 160 cm wirken in der Produktbeschreibung großzügig, decken aber nur eine Person bis Schulterhöhe ab. Auf einem Sofa wickelt sich die Decke um die Beine und lässt die Schultern frei oder umgekehrt. Für Paare ist diese Größe nicht ausreichend.
Besser: Vor dem Kauf die eigene Sofa- oder Bettbreite messen. Für eine Person mindestens 150 x 200 cm, für Paare 180 x 220 cm. Tagesdecken über Doppelbetten brauchen 220 x 240 cm.
Weichspüler beim Waschen verwenden, weil die Decke flauschig bleiben soll
Weichspüler legt sich als Film über die Mikrofaserfäden und verklebt sie. Nach drei bis fünf Wäschen mit Weichspüler wirkt die Decke nicht mehr flauschig, sondern stumpf und feucht. Die Wirkung lässt sich kaum mehr rückgängig machen.
Besser: Fleecedecken nur mit normalem Vollwaschmittel waschen, niemals mit Weichspüler. Bei 30 bis 40 Grad waschen und an der Luft trocknen lassen oder bei explizit trocknergeeigneten Modellen niedrige Temperaturen wählen.
Bei Allergikern auf günstige, unzertifizierte Decken setzen
Allergiker reagieren empfindlich auf Schadstoffrückstände, die in günstigen Polyestertextilien noch enthalten sein können. Auch der fehlende Anti-Pilling-Schutz erzeugt nach kurzer Zeit Faserabrieb, der über die Atemwege oder die Haut Reizungen auslöst.
Besser: Bei Allergien zu OEKO-TEX-zertifizierten Modellen mit Anti-Pilling-Behandlung greifen. Wöchentliche Wäsche bei 60 Grad reduziert Milbenbelastung deutlich, sofern der Hersteller die Temperatur freigibt.
Hundedecken nach dem gleichen Maßstab wählen wie Sofadecken
Hunde strapazieren die Decke durch Kratzen, Drehen und Zerren. Eine Decke ohne robuste Kettelung löst sich an den Rändern innerhalb weniger Wochen auf, eine ohne Anti-Pilling-Behandlung sieht nach zwei Wochen aus, als wäre sie Jahre alt.
Besser: Für Haustiere robuste Kettelränder und mindestens 350 g/m² wählen. Dunkle Farben verbergen Tierhaare besser als helle. Mehrere günstige Decken im Wechsel zu kaufen ist oft sinnvoller als eine einzelne teure.
Die Decke ohne Beachtung des Schrumpfverhaltens kaufen
Nicht vorgewaschene Polyesterfasern können beim ersten Waschgang bis zu fünf Prozent einlaufen. Aus einer 200 x 220 cm Decke wird so eine 190 x 210 cm Decke, die für das Doppelbett plötzlich zu kurz ist.
Besser: In der Produktbeschreibung nach Hinweisen wie schrumpffrei oder vorgewaschen suchen. Im Zweifelsfall eine Nummer größer kaufen, um den Verlust nach der ersten Wäsche zu kompensieren.