Lowboard wird zu schmal gekauft, weil der Fernseher gerade so passt
Wer ein 140-Zentimeter-Lowboard für einen 55-Zoll-Fernseher (Außenmaß etwa 123 Zentimeter) kauft, hat nur acht Zentimeter Reserve auf jeder Seite. Soundbar und Subwoofer passen nicht mehr unter den TV, eine spätere Aufrüstung auf einen 65-Zöller wird unmöglich.
Besser: Mindestens dreißig bis vierzig Zentimeter mehr Breite einplanen als die Diagonale des aktuellen Fernsehers. So bleibt Platz für Soundbar, Konsole oder eine zweite Bildschirm-Generation.
Tragkraft wird unterschätzt, vor allem bei breiten Spanplatten ohne Mittelstütze
Ein 180-Zentimeter-Lowboard mit 18-Millimeter-Spanplatte und nur zwei seitlichen Auflagepunkten hängt bei 30 Kilogramm Last in der Mitte um drei bis fünf Millimeter durch. Im ersten Jahr unsichtbar, nach drei Jahren wandert die Tür schief in den Rahmen.
Besser: Bei Breiten ab 140 Zentimetern auf ein zusätzliches Mittelbein, eine Mittelwand oder eine Stahltraverse achten. Bei Massivholz-Korpus reichen 22 Millimeter Plattenstärke, bei Spanplatte sollten es 25 Millimeter sein.
Falsche Höhe gewählt, weil das Modell im Showroom passend wirkte
Im Möbelhaus stehen Lowboards meist auf einem leeren Boden, im eigenen Wohnzimmer steht eine Couch davor. Wer auf einer 42-Zentimeter-Couch sitzt, hat die Augen bei etwa 110 Zentimetern, das Lowboard sollte dann höchstens 50 Zentimeter messen, sonst schaut man dauerhaft schräg nach oben.
Besser: Vor dem Kauf zu Hause messen: Auf der Couch sitzen, Augenhöhe markieren, davon dreißig bis vierzig Zentimeter abziehen. Das ist die maximale Oberkante des Lowboards. Verbrauchertipps zum Möbelkauf liefert der Ratgeber der Stiftung Warentest.
Belüftung der Geräte wird ignoriert
Receiver, Konsolen und Verstärker geben Wärme ab. In einem geschlossenen Fach ohne Lüftungsschlitze erreichen sie schnell 50 bis 60 Grad. Hersteller von Spielkonsolen geben ihre Garantie unter solchen Temperaturen nur eingeschränkt.
Besser: Mindestens fünf Zentimeter freie Luft hinter und über jedem Gerät einplanen. Bei aktiv gekühlter Hardware (Konsole, AV-Receiver) auf offene Fächer oder gelochte Rückwände setzen, keine geschlossenen Glasvitrinen.
Wandmontage in Mietwohnungen ohne Rücksprache mit dem Vermieter
Schwerlastdübel mit zehn Millimetern Durchmesser hinterlassen sichtbare Bohrlöcher. Bei einem 50 Kilogramm schweren Lowboard reichen Standarddübel nicht, hier müssen Spezialdübel in Beton oder eine zusätzliche Holztraverse hinter die Trockenwand. Wer beim Auszug die Wand nicht korrekt verschließt, riskiert Abzug von der Kaution.
Besser: Vor der Montage prüfen, ob die Wand massiv (Beton, Ziegel) oder Trockenbau ist. In Trockenbau gehören Lowboards über 40 Kilogramm auf Standfüße, nicht an die Wand. Wer doch montiert, fotografiert die Wand vor und nach Anbringung für die Übergabe.
Soft-Close wird beim Kauf eingespart
Schubladen ohne Soft-Close-Dämpfung zuschlagen reduziert die Lebensdauer der Beschläge um ein Drittel bis zur Hälfte. Nach drei Jahren sitzen die Schubladen schief, lassen sich nur noch mit Hebeln öffnen.
Besser: Soft-Close ist ab 200 Euro Modellpreis bei den meisten Herstellern Standard, kostet im Aufpreis bei nachgerüsteten Beschlägen etwa fünf bis fünfzehn Euro pro Schublade. Investition rechnet sich nach zwei Jahren Nutzung.
Zertifikate werden ignoriert, vor allem in Haushalten mit Kindern
Spanplatten und MDF-Platten können Formaldehyd ausgasen. Modelle ohne E1-Klassifizierung oder Blauer-Engel-Zertifikat können in den ersten sechs Monaten Werte abgeben, die für Kleinkinder problematisch sind. In gut gelüfteten Räumen weniger relevant, in geschlossenen Schlaf-Wohn-Räumen schon.
Besser: Auf E1-Klassifizierung (max. 0,1 ppm Formaldehyd) achten, besser Blauer Engel oder FSC. Bei Allergien im Haushalt zu Massivholz mit natürlicher Öl-Behandlung wechseln.