Die falsche Nutzungsklasse für den Raum wählen
Sie sehen einen schönen Velours-Teppichboden für 6 Euro pro Quadratmeter, kaufen ihn für den Flur und freuen sich über das Schnäppchen. Beim Auspacken steht im Datenblatt aber Nutzungsklasse 22, also privat mit normaler Beanspruchung.
Nach drei bis sechs Monaten zeigen sich auf der Haupt-Laufstrecke vom Eingang zur Wohnzimmertür sichtbare Druckstellen und Verfärbungen, die Faser plattet ein und richtet sich nicht mehr auf. Eine Reklamation lehnt der Händler ab, weil die Belastung über der Spezifikation liegt.
Besser: Lesen Sie vor dem Bestellen das Symbol mit der Nutzungsklasse: 21 nur für Schlafzimmer, 22 für Wohnzimmer ohne Stuhlrollen, 23 für Flure und stark belaufene Wohnzimmer, 31 oder 32 für Bereiche mit Stuhlrollen oder gewerbliche Nutzung.
Den Untergrund nicht vorbereiten
Sie verlegen den neuen Teppichboden direkt auf dem alten Bodenbelag oder einem Estrich mit Rissen und kleinen Unebenheiten. Eine kurze Sichtprüfung erscheint Ihnen ausreichend.
Innerhalb weniger Wochen zeichnen sich die Unebenheiten durch den dünnen Teppich ab, an Rissen ziehen sich Wellen, und an den Übergängen zur Tür rollt sich der Boden auf. Ein dünner Teppich kompensiert keine Unebenheit von mehr als 2 Millimetern auf einem Meter.
Besser: Prüfen Sie den Untergrund mit einer Wasserwaage. Bei Unebenheiten füllen Sie die Stellen mit Spachtelmasse auf, bei einem alten Teppichkleber entfernen Sie diesen restlos mit einem Schaber oder Spachtel. Erst auf einem ebenen, sauberen und trockenen Untergrund verlegen.
Bei der Verlegeart die Mietsituation ignorieren
Sie verkleben den Teppichboden vollflächig mit speziellen Teppichkleber, weil das Internet das als die haltbarste Methode beschreibt. Sie wohnen aber in einer Mietwohnung mit Kündigungsfrist.
Bei Auszug verlangen Vermieter oft die fachgerechte Entfernung. Vollflächig verklebter Teppich lässt Klebereste auf dem Estrich zurück, deren Beseitigung mehrere hundert Euro kosten kann. Bei manchen Untergründen wird der Estrich beschädigt und muss saniert werden.
Besser: In Mietwohnungen verlegen Sie Teppichböden lose und sichern die Kanten mit doppelseitigem Klebeband. Das hält im Alltag stabil und Sie können den Boden bei einem Auszug in der nächsten Wohnung wiederverwenden oder rückstandsfrei entfernen.
Schadstoffbelastete Billigware bei Babys oder Kindern verlegen
Sie kaufen einen sehr günstigen Teppichboden für 3 Euro pro Quadratmeter im Kinderzimmer, weil das Budget knapp ist. Beim Auspacken nehmen Sie einen scharfen, chemischen Geruch wahr, der nach drei Tagen noch nicht weg ist.
Der Geruch stammt oft von Lösemittelresten, Weichmachern oder Restmonomeren in der Beschichtung. Bei kleinen Kindern, die viel auf dem Boden liegen und spielen, können diese Substanzen die Atemwege reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Studien der Stiftung Warentest belegen die Belastung mehrfach bei Niedrigpreis-Modellen.
Besser: Achten Sie bei Räumen für Kinder, Allergiker oder bei Allergien in der Familie auf das GUT-Siegel der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden oder das OEKO-TEX Standard 100. Diese garantieren Grenzwerte für Schwermetalle, Weichmacher und VOC-Emissionen.
Die Fußbodenheizungs-Eignung übersehen
Ihre Wohnung hat eine Warmwasser-Fußbodenheizung, und Sie wählen einen dicken Velours mit 12 Millimeter Polhöhe und Filzrücken aus, weil er besonders warm wirkt.
Der dicke Aufbau wirkt wie eine Dämmschicht. Die Wärme staut sich im Estrich, die Heizung muss auf höhere Vorlauftemperaturen, und der Energieverbrauch steigt um 15 bis 25 Prozent. Manche Materialien werden bei Stau-Wärme zudem bröckelig oder verformen sich.
Besser: Wählen Sie für Räume mit Fußbodenheizung Modelle mit dem Heizungs-Symbol und einem Wärmedurchlasswiderstand unter 0,17 m²K/W. Diese stehen meist im Datenblatt direkt unter den Pflegehinweisen. Polhöhen über 8 Millimeter mit Filzrücken sind in der Regel nicht geeignet.
Auf falsche Pflegemittel zurückgreifen
Sie kaufen den teuersten Teppichshampoo aus der Drogerie, weil er nach dem Werbeversprechen alle Flecken entfernt. Beim ersten Einsatz auf dem neuen Velours-Teppichboden bilden sich nach dem Trocknen helle Ränder.
Aggressive Reiniger lösen die werksseitige Schmutzschutzbeschichtung an, und in den behandelten Stellen zieht künftig Schmutz schneller ein als auf dem unbehandelten Bereich. Die Flecken werden mit jedem Reinigungsversuch sichtbarer.
Besser: Für Polypropylen und Polyester reicht eine warme Lösung aus pH-neutralem Geschirrspülmittel oder ein dafür ausgewiesenes Teppichshampoo. Bei Wolle benutzen Sie ausschließlich Wollwaschmittel oder eine Trockenschaum-Reinigung. Testen Sie jedes neue Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.