Watt statt Lumen kalkuliert
Der häufigste Fehler beim Einbaustrahler-Kauf ist die Watt-Falle. Ein Set mit "6 mal 5 Watt" klingt nach viel Licht, liefert aber je nach Effizienz nur 1.500 bis 2.100 Lumen, zu wenig für ein Wohnzimmer mit 18 Quadratmetern. Die richtige Größe rechnet sich über Lumen pro Quadratmeter: rund 100 Lumen für ein gemütliches Wohnzimmer, 300 Lumen für eine Küchenarbeitsfläche, 200 Lumen für ein Bad. Vor dem Kauf einmal mit dem Taschenrechner ran, sonst stehen am Ende sechs Spots im Raum, der trotzdem zu dunkel ist.
Einbautiefe nicht gemessen
Die zweite klassische Panne: Slim-Spots versprechen 28 Millimeter Einbautiefe, klassische Druckguss-Modelle brauchen 80 bis 100 Millimeter. In abgehängten Decken mit Dämmwolle, Schallschutzmatten oder verlegten Leitungen wird der Hohlraum schnell knapp. Vor der Bestellung mit einer langen Schraube oder einem Endoskop den Deckenhohlraum prüfen, sonst kommt der Spot zurück und das Loch in der Decke bleibt.
Brandschutz bei gedämmten Decken ignoriert
Wenn Dämmwolle direkt am Strahler anliegt, staut sich Wärme. Die DIN VDE 0100-559 verlangt dafür Leuchten mit einer entsprechenden Kennzeichnung (Symbol mit drei Strichen oder "F"-Markierung). Ein gewöhnlicher Halogen- oder LED-Spot ohne diese Markierung darf in einer gedämmten Decke nicht eingebaut werden, bei einem Schaden ist die Versicherung außen vor. Bei der Renovierung lieber zwei Euro mehr für ein zertifiziertes Modell ausgeben.
Dimmer und LED-Treiber passen nicht zusammen
Wer einen alten Phasenanschnittsdimmer aus der Glühlampen-Ära hat und LED-Spots ohne Kompatibilitätsprüfung anschließt, hört oft ein leises Brummen oder sieht ein nervöses Flackern. Das Problem liegt weder am Dimmer noch am Spot allein, sondern an der Kombination. Auf der LED-Verpackung steht meistens, welcher Dimmertyp funktioniert (Phasenan- oder -abschnitt). Wer das überliest, kauft entweder den Dimmer oder die Spots ein zweites Mal.
Schwenkbarkeit verschenkt
Feste Spots leuchten immer senkrecht nach unten. Wenn Sie Bilder, ein Sideboard oder eine Nische akzentuieren wollen, gibt es viel davon zu sehen, nämlich den Boden. Schwenkbare Modelle kosten zwei bis fünf Euro mehr und lassen sich nachträglich neu ausrichten, wenn das Möbel umzieht. Wer von vornherein nur feste Spots bestellt, muss bei jeder Umstellung neu bohren.
Trafo-Falle bei 12-Volt-Niedervoltsystemen
Ältere Niedervolt-Einbaustrahler-Systeme mit 12 Volt brauchen einen passenden Trafo. Wenn die Gesamtwattzahl der angeschlossenen Spots nicht zur Trafo-Leistung passt, flackern entweder die Spots oder der Trafo überhitzt. Heute baut man bei Neuinstallationen fast immer 230-Volt-LED-Spots ein, die brauchen keinen Trafo und sind verkabelungstechnisch einfacher. Ein Mix aus altem Trafo und neuen LED-Spots ist die häufigste Ursache für Garantieverweigerung.