Beim Ohrensessel-Kauf wiederholen sich einige Fehler, die sich mit etwas Vorbereitung vermeiden lassen.
Der häufigste ist die falsche Sitztiefe. Wer einen Lesesessel sucht und ein Modell mit 43 cm Tiefe kauft, kann die Beine nicht anlehnen und rutscht nach vorn. Hier hilft nur, die Tiefe vor dem Kauf mit der eigenen Oberschenkellänge abzugleichen.
Der zweite Fehler ist, nur auf die Gesamtbreite zu schauen. Da die Wangen Platz kosten, bleibt von 70 cm Außenbreite oft nur eine knappe Sitzfläche. Wer breit sitzt, prüft die nutzbare Sitzbreite, nicht das Außenmaß.
Drittens wird das Bezugsmaterial zum Haushalt vergessen. Ein samtiger Sessel in einem Haushalt mit langhaarigen Tieren bedeutet tägliches Abrollen. Wer das nicht will, wählt von vornherein einen glatten oder fest gewebten Stoff.
Viertens überschätzen viele die Polsterqualität günstiger Modelle. Reiner Schaum ohne Unterfederung sitzt sich innerhalb von Monaten durch, gerade bei höherem Körpergewicht. Eine Nosag- oder Wellenfederung ist das Geld wert.
Fünftens wird die Raumtiefe unterschätzt. XXL-Sessel mit über 90 cm Tiefe brauchen Platz und wirken in kleinen Wohnzimmern erdrückend. Vor dem Kauf lohnt es sich, die Stellfläche samt Bewegungsraum am Boden abzukleben.
Sechstens kaufen viele ohne Blick auf die Traglast. Liegt das eigene Gewicht nahe an der Maximalangabe, leidet die Lebensdauer. Eine Reserve von 20 bis 30 kg ist sinnvoll.