Härtegrad nach Körpergewicht wählen
Der Härtegrad richtet sich nach dem Körpergewicht des Schläfers. H1 eignet sich für Personen unter 60 Kilogramm, H2 für 60 bis 80 Kilogramm, H3 für 80 bis 100 Kilogramm und H4 für über 100 Kilogramm. Diese Einteilung ist bei Stiftung Warentest und Matratzenherstellern Standard. Ein zu weicher Härtegrad lässt die Wirbelsäule durchhängen und verursacht Rückenschmerzen, ein zu harter drückt Schultern und Hüfte und stört die Durchblutung. Wer als Paar mit unterschiedlichem Gewicht schläft, sollte zwei Einzelmatratzen mit passenden Härtegraden wählen statt einer Doppelmatratze.
Neben dem Härtegrad bestimmt die Federzahl die Punktelastizität der Matratze.
Federzahl und Punktelastizität
Im 90 x 200 cm Standardmaß gelten 500 Federn als Mindestmaß, 1000 Federn als oberes Standardmaß. Premium-Matratzen erreichen 2500 Federn pro Liegefläche, was die Punktelastizität spürbar erhöht. Mehr Federn reagieren punktgenauer auf Körperbewegungen, Partner werden seltener geweckt. Allerdings gibt es einen Wendepunkt: Mit zu vielen Federn kann die Elastizität auch eingeschränkt werden, weil die Federn sich gegenseitig in der Bewegung blockieren. Für Bauchschläfer mit stabilem Körperbau reichen 500 dickere Federn, für Seitenschläfer mit ausgeprägten Schulter-Hüft-Konturen lohnen 1000 oder mehr feinere Federn.
Die Zonen-Aufteilung verstärkt die ergonomische Wirkung der Federn.
7-Zonen-Aufteilung für ergonomische Stützung
Eine 7-Zonen-Matratze unterteilt die Liegefläche in unterschiedlich feste Bereiche für Kopf, Schultern, Lendenbereich, Becken, Oberschenkel und Beine. Zone 3 ist der Lendenbereich und bietet mittlere bis hohe Festigkeit, um die Lendenwirbelsäule stabil zu unterstützen. Die Schulterzone ist weicher, damit Seitenschläfer mit der Schulter einsinken können und die Wirbelsäule gerade liegt. Wer auf einer flachen Matratze ohne Zonen schläft, hat bei Seitenlage entweder zu hohe Schulter oder zu tief eingesunkene Hüfte, was beides die Wirbelsäule krümmt.
Die Bezugsqualität entscheidet über Hygiene und Lebensdauer.
Bezug, Waschbarkeit und Allergiker-Eignung
Hochwertige Matratzen haben abnehmbare Bezüge mit Reißverschluss, die laut Pflegeleitfäden bei 60 Grad maschinenwaschbar sind. Die Maschinenwäsche tötet Hausstaubmilben und Bakterien ab. Allergiker sollten gezielt nach Bezügen suchen, die für 60-Grad-Wäsche freigegeben sind, bei 30 Grad bleiben die Milben am Leben. Visko-Auflagen erschweren das Eindringen von Milben zusätzlich, weil das Material sehr dicht ist. Bei festen Bezügen ohne Reißverschluss bleibt nur das Lüften und der Einsatz von Matratzenauflagen, die regelmäßig gewaschen werden.
Die Lebensdauer hängt entscheidend von der Materialqualität ab.
Lebensdauer und wann ein Wechsel ansteht
Eine Matratze sollte spätestens nach 7 bis 10 Jahren ausgetauscht werden, aus hygienischen Gründen sogar alle 7 Jahre. Preiswerte Modelle halten 5 bis 8 Jahre, hochwertige bis zu 14 Jahre. Visko-Schaummatratzen liegen mit 5 bis 8 Jahren im mittleren Bereich. Wer eine Matratze für 75 Euro kauft und 4 Jahre nutzt, zahlt rund 19 Euro pro Jahr. Wer eine für 800 Euro kauft und 12 Jahre nutzt, zahlt 67 Euro pro Jahr. Der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich nicht über die Jahre, ist aber durch deutlich höhere Schlafqualität gerechtfertigt.
Probeschlafen ermöglicht den entscheidenden Praxistest vor der endgültigen Entscheidung.
Probeschlafen und Online-Rückgaberecht
Beim Onlinekauf gilt das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Erhalt. Laut BGH-Urteil von 2019 darf eine Matratze ausgepackt und getestet werden, ohne das Widerrufsrecht zu verlieren. Viele Online-Anbieter werben mit 100 Tagen Probeschlafen plus Geld-zurück-Garantie, was über das gesetzliche Minimum hinausgeht. In den ersten Nächten fühlt sich jede neue Matratze ungewohnt an, deshalb sollte mindestens zwei Wochen probegeschlafen werden, bevor zurückgesendet wird. Der Bezug darf während dieser Phase nicht gewaschen werden, sonst gilt die Matratze als gebraucht.