Federleisten-Anzahl und Verteilung
Die wichtigste Zahl auf jedem Datenblatt ist die Anzahl der Federleisten. Einsteigermodelle haben 28 bis 30 Leisten, Mittelklasse-Modelle 36 bis 42, Premium-Roste teilweise über 42 Doppellatten. Mehr Leisten bedeuten eine engere Stützung der Wirbelsäule und damit weniger Druckpunkte auf der Matratze. Die Stiftung Warentest sieht den Vorteil federnder Roste kritisch, für elektrisch verstellbare Modelle gilt aber: Weniger Leisten verstärken bei Verstellung den punktuellen Druck auf die Matratze, was die Kalt- oder Visco-Schicht über Jahre verformt. 36 Leisten sind die fundierte Mindestgrenze für eine Doppelbett-Nutzung.
Tragkraft und Garantie
Die Tragkraft pro Lattenrost wird in Kilogramm angegeben, meist 130, 150 oder 300 Kilogramm. Wichtig ist die Unterscheidung: Tragkraft pro Liegefläche, nicht das Körpergewicht des Schläfers. Ein 90-Kilogramm-Schläfer auf einer 25-Kilogramm-Visco-Matratze belastet den Rost mit 115 Kilogramm Dauerlast und bei Bewegungen kurzzeitig deutlich mehr. Einsteigermodelle mit 130 Kilogramm Tragkraft sind dafür unterdimensioniert. Faustregel: Tragkraft mindestens das Doppelte des Körpergewichts plus Matratzengewicht.
Motor-Hersteller und Lebensdauer
Die verbauten Motoren stammen in der Regel von OKIN, Dewert oder Linak. Diese drei Hersteller decken den deutschsprachigen Markt fast vollständig ab, billige No-Name-Motoren aus Fernost-Produktion sind die häufigste Defektquelle und in der Reparatur oft unwirtschaftlich, weil Ersatzteile fehlen. OKIN- und Dewert-Motoren lassen sich noch nach zehn Jahren über Fachbetriebe reparieren, was den Gesamt-Lebenszyklus deutlich verlängert. Bei der Produktauswahl gezielt auf den Motor-Hersteller achten, der oft im Datenblatt zu finden ist.
Härteregulierung im Mittelbereich
Gute elektrische Lattenroste haben im Becken- und Schulterbereich verstellbare Härteregler, mit denen sich die Stützung dem Körpergewicht anpassen lässt. Mindestens vier, besser sechs oder mehr Härteregler bedeuten eine wirklich präzise Anpassung an Schwergewichts- oder Seitenschläfer-Profile. Modelle mit nur Kopf- und Fußverstellung sparen am Härtegradsystem, was bei einem Lattenrost-Kauf für viele Jahre eine ärgerliche Beschränkung ist.
Bauhöhe und Flach- versus Hochmotor
Die Bauhöhe des Motors entscheidet, ob der Lattenrost in ein flaches Bettgestell passt. Flachmotoren bauen unter 35 Millimeter, Hochmotoren brauchen 45 bis 80 Millimeter Platz unter den Federleisten. Wer ein flaches Boxspringbett oder ein modernes Designerbett hat, muss vor dem Kauf die Höhe des Liegerahmens prüfen, passt der Motor nicht, ragt er entweder nach unten heraus oder verbiegt den Rahmen. Premium-Modelle in der 600-Euro-Klasse haben fast immer Flachmotoren.
Notabsenkung und Sicherheit
Motoren mit elektronischer Überlastabschaltung schützen vor Schäden, wenn der Rost gegen ein Hindernis fährt. Eine 9-Volt-Batterie als Notabsenkung erlaubt das Zurückfahren in die flache Position bei Stromausfall, wichtig, wenn der Rost zum Stromausfall hochgefahren stehengeblieben ist. Diese beiden Sicherheitsfeatures sind in der Mittelklasse Standard, in der Einstiegsklasse oft nicht vorhanden.