Käufer messen die Außenmaße des Highboards, nicht die Innentiefe.
Bei vielen Modellen unter 300 Euro werden zwischen 4 und 8 cm der Außentiefe von Wandstärke und Schubladenführung beansprucht. Wer ein Highboard mit 40 cm Außentiefe für die Aufbewahrung großer Salatschüsseln plant, stellt nach der Lieferung fest, dass innen nur 32 cm Platz sind. Die Schüssel passt dann diagonal hinein oder gar nicht.
Besser: Vor dem Kauf die Innentiefe konkret beim Hersteller erfragen oder eine Mindesttiefe von 38 cm wählen, wenn größere Geschirrteile lagern sollen.
Käufer ignorieren die Tragfähigkeit der Einlegeböden.
Glasvitrinen-Böden sind oft nur für 4 bis 6 kg pro Boden ausgelegt. Wer dort eine Whiskey-Sammlung mit 8 Flaschen á 1 kg unterbringt, riskiert Risse im Glas und im Auflagepunkt. Ähnliches gilt für 8-mm-Spanplattenböden in günstigen Modellen. Eine schwere Marmorvase kippt den Boden mittig durch.
Besser: In der Produktbeschreibung nach der Bodenstärke und der maximalen Bodenbelastung suchen. Ab 18 mm Spanplatte sind 15 kg pro Boden meist tragbar.
Käufer wählen Hochglanz-Fronten ohne Putzgewohnheiten zu prüfen.
Hochglanz-Lackfronten zeigen jeden Fingerabdruck und jeden Wischlappen-Streifen. In Haushalten mit Kindern oder Hunden, die mit der Schnauze gegen das Möbel kommen, ist alle zwei Tage eine Pflege fällig. Mikrofaser ist Pflicht, Küchenpapier hinterlässt Schlieren, manche Reiniger lösen den Lack langfristig an.
Besser: Wer das Möbel an viel frequentierte Stellen plant, lieber matt-lackierte Fronten oder Holzfurnier wählen. Hochglanz ist wartungsintensiver als die Optik vermuten lässt.
Käufer übersehen die Notwendigkeit einer Wandbefestigung.
Highboards mit einer Höhe ab 130 cm und schmaler Standfläche kippen bei Belastung der oberen Türen. Vor allem in Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren, die sich beim Öffnen auf Schubladen ziehen, ist die Kippkraft erheblich. Mehr als 60 Verletzungen pro Jahr sind in Deutschland durch kippende Schränke dokumentiert.
Besser: Bei jedem Highboard die mitgelieferte Wandbefestigung montieren, auch wenn das Möbel im ersten Augenblick stabil wirkt. Bei Mietwohnungen reicht meist eine einzige Schraube ins Mauerwerk.
Käufer akzeptieren keine 4-wöchige Lieferzeit und kaufen aus Lager.
Möbel ab Lager sind oft Restposten oder Auslaufmodelle, bei denen Reklamationen schwierig werden. Hersteller-Lagerware mit 4 Wochen Lieferzeit ist meist neu produziert, hat volle Garantieleistung und verfügbare Ersatzteile. Wer einen Schubladenauszug nach drei Jahren ersetzen muss, profitiert von der laufenden Produktion.
Besser: Lieferzeiten von 3 bis 6 Wochen sind bei Markenherstellern normal. Wer eine Sofortlieferung braucht, sollte zumindest die Garantiebedingungen und Ersatzteilverfügbarkeit beim Händler bestätigen lassen.
Käufer verlassen sich auf Marken-Image statt auf konkrete Korpusdaten.
Bekannte Marken haben günstige Einstiegsmodelle, die mit den Premium-Linien wenig gemein haben. Eine Spanplatte ist eine Spanplatte, egal welcher Markenname auf der Verpackung steht. Im Test fielen mehrere bekannte Marken im Einstiegssegment durch dünne Korpusrückwände auf. Wer auf Markentreue setzt, sollte konkret die Modellreihe innerhalb der Marke vergleichen.
Besser: Bei jedem Modell die konkrete Materialspezifikation lesen, insbesondere Korpusstärke (mindestens 18 mm), Rückwandstärke (mindestens 5 mm HDF) und Schubladentyp (Vollauszug oder Teilauszug).