Zuerst die Bauart klären: Stretchhusse oder lose Decke
Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem Preis. Eine elastische Sofahusse aus Polyester mit Elasthananteil zieht sich straff über das Polster und sitzt auch beim Aufstehen fest, sofern sie Schaumstoffstäbchen oder Bindeschlaufen mitbringt. Eine lose Wohndecke oder Tagesdecke liegt dagegen nur auf, verrutscht auf glattem Bezugsstoff und deckt meist nur die Sitzfläche ab. Beide Bauarten finden sich in jeder Preisklasse, deshalb taucht im Test eine lose Flanelldecke neben einer formschlüssigen Husse auf. Wer das Sofa dauerhaft vor Haustieren und Abrieb schützen will, braucht die Husse. Wer abends nur kuscheln möchte, fährt mit der Decke günstiger.
Passgenauigkeit zählt am stärksten
Mit 25 Prozent Gewicht ist die Passgenauigkeit das wichtigste Kriterium. Messen Sie die Sofalänge von Armlehne zu Armlehne, bevor Sie eine Größe wählen. Universalhussen geben einen Dehnbereich an, etwa 90 bis 140 Zentimeter pro Sitzelement, und sitzen innerhalb dieser Spanne faltenfrei. Außerhalb davon wirft der Stoff Falten oder spannt an den Nähten. Sofas mit ungewöhnlich tiefen Sitzen oder hohen Rückenlehnen sind heikel, weil der Stoff dort an seine Dehngrenze kommt und an den Kanten hochrutscht. Für L-Form- und Ecksofas brauchen Sie ausdrücklich einen Bezug, der diese Form nennt, sonst bleibt die Recamiere unbedeckt.
Material und seine Folgen
Stretchhussen bestehen meist aus einem Gemisch um 85 Prozent Polyester und 15 Prozent Elasthan. Der Polyesteranteil macht den Stoff pflegeleicht und farbecht, das Elasthan sorgt für die Rückstellkraft. Dünnes Jersey schützt vor Staub und Flecken, hält aber keine Katzenkralle ab. Dichtere Gewebe mit Jacquard- oder Samtstruktur fühlen sich wertiger an und kaschieren Falten besser. Bei losen Decken entscheidet das Flächengewicht: Ab etwa 260 Gramm pro Quadratmeter liegt die Decke schwer genug, um nicht bei jeder Bewegung zu rutschen. Achten Sie auf eine OEKO-TEX-Standard-100-Kennzeichnung, die bestätigt, dass alle Bestandteile auf Schadstoffe wie Azofarbstoffe und Formaldehyd geprüft wurden (Details bei OEKO-TEX).
Rutschschutz nicht unterschätzen
Der häufigste Frust nach dem Kauf ist ein Bezug, der ständig verrutscht. Reine Elastizität reicht auf glatten Microfaser- oder Ledersofas nicht aus. Modelle mit Schaumstoffankern, die in die Ritze zwischen Sitz und Lehne gedrückt werden, oder mit rutschfesten Silikonpunkten auf der Unterseite halten deutlich besser. Diese Lösung kostet wenige Euro mehr, erspart aber das tägliche Zurechtzupfen. Eine ausführlichere Übersicht zu allen Bezugsarten finden Sie in unserem Ratgeber zu Hussen und Überwürfen.