Steingut für tägliche Nutzung in Familienküchen gewählt
Steingut hat eine Härte von 3 bis 4 Mohs und wird von Stahlbesteck leicht zerkratzt. Bei Glasurschäden saugt das poröse Material Flüssigkeit auf und entwickelt Geruchsspuren. Nach drei Jahren wirkt das Set vergilbt, riecht muffig und ist nicht mehr präsentabel.
Besser: Für tägliche Familiennutzung mindestens Steinzeug, idealerweise Hartporzellan wählen. Steingut eignet sich nur für Übergangslösungen, Camping oder seltene Sondereinsätze.
Goldränder für die Spülmaschine ignoriert
Goldränder verlieren in der Spülmaschine binnen weniger Jahre ihre Schicht und werden matt oder verschwinden komplett. In der Mikrowelle verursachen Goldränder Funkenbildung und können das Gerät beschädigen. Beide Eigenschaften stehen oft nur im Kleingedruckten der Produktbeschreibung.
Besser: Wer Spülmaschinen- und Mikrowellentauglichkeit braucht, sollte unifarbene Sets ohne Metalldekore wählen. Goldränder bleiben dem Sonntagsgeschirr vorbehalten, das von Hand gespült wird.
Stark dekorierte Importware bei säurehaltigen Speisen verwendet
Glasuren und Dekore aus außereuropäischer Fertigung können Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthalten, die bei säurehaltigen Speisen wie Tomatensoße oder Citrusfrucht-Säften ans Essen abgegeben werden. Die EU-Vorgaben gelten für importierte Ware nur eingeschränkt.
Besser: Bei säurehaltigen Speisen unifarbenes Hartporzellan deutscher oder europäischer Hersteller wählen. Stark dekorierte Importware nur für trockene Speisen wie Brot, Käse oder Süßspeisen einsetzen.
Tellergröße nicht zur Esskultur abgestimmt
Ein 22-Zentimeter-Speiseteller wirkt bei moderner Portionsgröße schnell überladen. Ein 28-Zentimeter-Teller dagegen lässt eine Standardportion verloren wirken und reizt zu Über-Portionierung. Beide Extreme stören das ästhetische Empfinden beim Essen.
Besser: Speiseteller mit 26 Zentimeter Durchmesser passen zu modernen Familienportionen. Wer mediterran kocht und Tapas-Stil bevorzugt, kommt mit 23 bis 24 Zentimetern aus. Wer Großfamilien-Portionen serviert, geht zu 28 Zentimetern.
Stapelbarkeit ohne Schutzscheiben missachtet
Bei häufigem Stapeln und Bewegen schaben Teller mit Reliefdekor aneinander, die Glasur wird matt und entwickelt feine Kratzer. Bei stark strukturierter Oberfläche werden ganze Pigmentbereiche abgerieben, das Set wirkt nach drei Jahren ungleichmäßig abgenutzt.
Besser: Filzscheiben oder Papierservietten zwischen die Teller legen, besonders bei Reliefdekoren oder strukturierten Oberflächen. Hochwertige Sets liefern diese Schutzscheiben mit, im Einstiegssegment muss man sie für drei bis fünf Euro im Möbelfachhandel zukaufen.
Suppenteller mit Speisetellern verwechselt
Moderne Sets liefern oft tiefe Teller mit 26 Zentimeter Durchmesser, die weder als klassischer Suppenteller noch als Speiseteller punkten. Suppenteller brauchen 23 bis 24 Zentimeter Durchmesser und mindestens drei Zentimeter Innentiefe, damit Suppe nicht überschwappt.
Besser: Set-Beschreibungen genau lesen: Speiseteller flach, Suppenteller tief mit 23 cm Durchmesser, Pastateller breit-flach mit 26 cm. Wer beide Funktionen abdecken will, braucht Speise- und Suppenteller separat im Set.
Mängel nach Lieferung nicht rechtzeitig reklamiert
Risse in der Glasur, Brennfehler oder Beschädigungen am Tellerrand müssen direkt bei Lieferung erkannt und schriftlich gemeldet werden. Wer erst nach drei Wochen reklamiert, kann sich Beweisprobleme einhandeln.
Besser: Beim Auspacken jedes Teil einzeln prüfen und Schäden binnen 48 Stunden mit Foto an den Händler melden. Die Verbraucherzentrale bietet einen kostenlosen Musterbrief für die Mängelanzeige.