Stoffqualität und Lichtdurchlässigkeit (25%)
Die Stoffwahl entscheidet, welche Funktion eine Gardine im Raum erfüllt. Transparente Voile-Gardinen lassen Licht herein und bieten einen weichen Sichtschutz tagsüber. Blickdichte Stoffe wie dichter Baumwoll-Jacquard oder Mischgewebe halten neugierige Blicke ab, lassen aber meist noch deutlich Licht durch. Verdunklungs- oder Blackout-Gardinen sind durch eine spezielle Beschichtung lichtundurchlässig zu 99 oder 100 Prozent. Laut hausjournal.net unterscheiden sich Dimout- und Blackout-Vorhänge darin, dass Dimout noch ein wenig Restlicht durchlässt, während Blackout vollständig abdunkelt.
Für ein Schlafzimmer im Sommer ist Blackout sinnvoll, weil die Sonne in Deutschland zwischen Mai und Juli schon um vier Uhr morgens aufgeht. Für ein Wohnzimmer reicht eine blickdichte Gardine, die tagsüber Licht hereinlässt, aber Einblicke verhindert. Wer beide Funktionen kombinieren möchte, hängt eine transparente Voile-Gardine vor eine separate Verdunklungsschicht.
Mit der Lichtwahl im Blick rückt die Frage nach dem Material in den Vordergrund.
Materialqualität und Verarbeitung (20%)
Gute Gardinen erkennen Sie an drei Verarbeitungsdetails. Sauber versäumte Seitenkanten, ein eingenähtes Bleiband im unteren Saum für gleichmäßigen Fall und ein vorbereitetes Aufhängesystem wie Kräuselband, Schlaufen oder Ösen. Das Bleiband sorgt dafür, dass der Stoff nicht im Luftzug flattert und sich nicht hochrutscht. Wer eine Gardine ohne Bleiband kauft, sieht den Unterschied schon beim ersten geöffneten Fenster im Frühling.
Die Stoffdichte zeigt sich beim Halten gegen das Licht. Wer den Stoff zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt und ans Fenster hält, sieht sofort, wie viel Schatten der Stoff wirft. Ein dichter Stoff zeigt eine deutliche Verdunkelung, ein dünner Stoff lässt fast das ganze Licht durch. Diese Probe schlägt jede Produktbeschreibung, weil Hersteller die Lichtdurchlässigkeit oft unterschätzen.
Wenn das Material zur Funktion passt, kommt die OEKO-TEX-Frage als nächste Stufe.
Schadstoffprüfung und OEKO-TEX (15%)
Gardinen hängen über Jahre im Wohnraum und stehen in dauerhaftem Kontakt mit der Atemluft. Eine OEKO-TEX Standard 100 Zertifizierung prüft auf gesundheitsschädliche Substanzen wie Azofarbstoffe, Pestizide, Schwermetalle und Weichmacher.
Für Kinderzimmer und Schlafzimmer von Allergikern ist die Zertifizierung besonders relevant, weil empfindliche Atemwege schon auf geringe Mengen ausdünstender Chemikalien reagieren. OEKO-TEX-zertifizierte Gardinen kosten oft nicht spürbar mehr als unzertifizierte und reduzieren das Risiko, im Schlaf belastete Luft einzuatmen.
Mit der Schadstoffprüfung im Blick stellt sich als Nächstes die Frage nach der Pflege.
Pflegefreundlichkeit (15%)
Gardinen werden zwei- bis viermal pro Jahr gewaschen, in Küche und Bad häufiger. Pflegeleichte Polyester-Mischgewebe vertragen das Maschinenwaschprogramm bei 30 Grad und brauchen kein Bügeln, weil sie aufgehängt im feuchten Zustand glatt fallen. Reine Leinen- oder Baumwollgardinen knittern stärker und müssen oft gebügelt werden, wenn der Stoff trocken ist.
Metallöffnungen wie Ösen werden vor dem Waschen abmontiert oder mit einer Schutzhülle versehen, um Rostflecken zu vermeiden. Wer eine Gardine kauft, sollte vor der ersten Wäsche auf das eingenähte Pflegeetikett achten. Eine 30-Grad-Wäsche bei 800 Umdrehungen Schleudern ist meist die richtige Wahl, höhere Temperaturen führen oft zu Schrumpfen.
Mit der Pflege geklärt bleibt eine letzte Frage. Wie ist das Aufhängesystem?
Aufhängesystem und Konfektion (25%)
Gardinen werden auf vier Wegen aufgehängt. Kräuselband ist ein eingenähtes Band mit Schnürzügen, das die Falten gleichmäßig bildet. Ösen sind Metallringe am oberen Rand, durch die die Stange direkt geführt wird. Schlaufen aus Stoff werden über die Stange gelegt. Faltenband bildet vorprogrammierte Wellenfalten ohne Ziehen.
Kräuselband ist die häufigste Lösung und passt zu Gardinenschienen und Stangen mit Ringen oder Gleitern. Ösen liegen direkt auf der Stange und brauchen einen passenden Stangendurchmesser. Wer den Aufhänger wechseln will, kann Kräuselband nachträglich annähen, was bei Ösen oder Schlaufen aufwendiger ist.