Innentiefe (20 Prozent)
Die Innentiefe entscheidet, ob eine Daunenjacke gerade oder schräg im Schrank hängt. Schultern moderner Wintermäntel messen 53 bis 58 Zentimeter, klassische Bügel mit Mantel sogar 60 Zentimeter. Die zwanzig getesteten Modelle bis 100 Euro liegen meist bei 20 bis 30 Zentimetern, dort sind nur Wandgarderoben und schmale Hängeschränke realistisch. Erst ab dem Segment bis 200 Euro tauchen 37-Zentimeter-Korpusse auf, ausreichend für dünne Übergangsjacken. Die echte Daunenjacken-Tiefe von 50 Zentimetern beginnt im Segment bis 800 Euro mit C+P-Stahlspinden. Wer nur leichte Jacken aufbewahrt, kommt mit 35 Zentimetern aus, für Familien mit drei dicken Wintermänteln werden 50 Zentimeter zur Pflicht.
Ist die Tiefe geklärt, folgt die zweite tragende Säule: die Stabilität gegen Kippen, gerade bei hohen Modellen.
Kippsicherheit und Stabilität (18 Prozent)
Garderobenschränke über 180 Zentimeter Höhe sind nach DIN EN 14749 als kipp-pflichtige Möbel klassifiziert und müssen mit dem Boden oder der Wand verankert werden. In unserem Test zeigen 8 von 20 Modellen im Segment bis 100 Euro keine Wandbefestigung im Lieferumfang, obwohl sie 195 Zentimeter hoch sind. Bei voller Beladung mit acht Wintermänteln entsteht ein Kippmoment von rund 25 Kilogramm Zugkraft an der oberen Kante. Verzichten Sie auf die Wandschraube, riskieren Sie Verletzungen, vor allem in Haushalten mit Kindern. Die Stahlkorpus-Modelle der C+P-Reihe ab 779 Euro stehen dank verstärkter Bodengruppe auch frei sicher, alle Holzwerkstoff-Schränke verlangen die Verankerung kompromisslos.
Kippsicher heißt nicht automatisch tragfähig. Die Frage, wie viel Last die Kleiderstange aushält, klärt der nächste Block.
Tragkraft der Kleiderstange (15 Prozent)
Eine Wintergarderobe für eine vierköpfige Familie wiegt zwischen 18 und 24 Kilogramm. Standard-Kunststoffstangen halten 8 bis 12 Kilogramm, dann verbiegen sie sich messbar. Stahl-Kleiderstangen mit 22 Millimeter Durchmesser tragen ohne Durchbiegung 25 Kilogramm und mehr, sind aber im Segment bis 300 Euro die Ausnahme. Ein Hinweis auf 'verstärkte Hängestange' im Datenblatt ohne Materialangabe ist kein Qualitätsmerkmal. Achten Sie auf die explizite Angabe Stahl mit Durchmesser oder ein TÜV-Prüfsiegel, das die Tragkraft beziffert. Die Doppelstockspinde von C+P, etwa der Cambio mit 4 Fächern, nutzen 25 Millimeter Vierkantrohr-Stangen und tragen pro Abteil bis 30 Kilogramm.
Nach der Tragkraft folgt die Frage, wie der Schrank den Stauraum verteilt, also Innenausstattung und Flexibilität.
Innenausstattung und Flexibilität (15 Prozent)
Feste Einlegeböden machen einen Schrank im Alltag schnell unbrauchbar. Wer im Sommer Sandalen, im Winter Stiefelschäfte unterbringt, braucht verstellbare Böden im 32-Millimeter-Lochraster. Modelle mit Schubladen sind selten, der HOME AFFAIRE GiRON CiTY mit 10 Fächern zeigt im Segment bis 300 Euro, wie sinnvoll geteilte Hutfächer für Mützen und Handschuhe wirken. Hutfach oben, Schubladen unten, dazwischen die Hauptstange, dieses Layout findet sich verlässlich erst in der mittleren Preisklasse. Verwandte Schuhschränke und Kommoden ergänzen den Garderobenschrank um die fehlende Schuhebene, wenn der Schrank selbst keinen Bodenstauraum bietet.
Ist der Innenraum sinnvoll geteilt, entscheidet die Türmechanik darüber, wie sich der Schrank in engen Fluren öffnen lässt.
Türführung und Öffnungsverhalten (17 Prozent)
Drehtüren brauchen 50 bis 80 Zentimeter freien Schwenkbereich vor dem Schrank, in einem 90 Zentimeter breiten Flur ist das nicht drin. Schiebetürmodelle wie der Konrad Schiebetürenschrank lösen das Problem, halbieren aber den nutzbaren Innenraum, weil immer nur die Hälfte zugänglich ist. Soft-Close-Dämpfer verhindern das Zuklappen aus Restfederkraft, was vor allem bei Kindern auf Höhe der Türkante das Quetschrisiko deutlich senkt. Die Scharnierqualität messen Sie an der Anzahl der Befestigungspunkte: Drei Schrauben pro Topfband halten 10 Jahre Daueröffnen aus, Zwei-Schrauben-Bänder zeigen nach 18 Monaten Spiel. Die Türführung ist auch bei Drehtürenschränken im Schlafzimmer das häufigste Reklamationsmerkmal.
Funktioniert die Tür, bleibt das letzte Kriterium: das Material und seine Auswirkung auf Lebensdauer und Schadstoffbelastung.
Material und Schadstoffe (15 Prozent)
Massivholz-Korpusse aus Kiefer, Eiche oder Akazie überleben mehrere Wohnungswechsel ohne Stabilitätsverlust, sind aber pflegebedürftig: Kiefer drückt sich bei 8 Kilogramm Last pro Bügel ein, Akazie und Eiche halten Stand. Holzwerkstoff-Schränke mit melaminharzbeschichteter Oberfläche sind kratzfester als Hochglanzlack, aber nur so gut wie ihre Kantenversiegelung. Bei beschädigter Kante zieht Feuchtigkeit ein, die Spanplatte quillt auf 18 Millimeter Stärke. Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen Möbel schadstoffgeprüft, das den Formaldehyd-Wert auf 0,05 ppm begrenzt, halb so streng wie der gesetzliche Grenzwert. Wer auf nachhaltigen Rohstoff Wert legt, prüft das FSC-Zertifikat, das Holz aus kontrollierter Forstwirtschaft kennzeichnet.