Zu schmale Tiefe gewählt, dann kippt das Möbel
Sie suchen eine Garderobe für einen 1,1 Meter breiten Flur und entscheiden sich für ein hohes Modell mit 32 Zentimeter Tiefe und 178 Zentimeter Höhe, weil es elegant wirkt und wenig Raum nimmt. Die Wandbefestigung sparen Sie sich, weil das Möbel ja stehen soll.
Bereits ein nasser Wintermantel mit Tasche an einem seitlichen Haken bringt das Möbel ins Wanken. Im Familienhaushalt mit Kindern wird daraus ein Sicherheitsproblem. Reparaturen am Sockel sind selten möglich, der Ersatz kostet die volle Investition.
Besser: Bei Tiefen unter 35 Zentimetern montieren Sie das Möbel zwingend an die Wand, der mitgelieferte Kippschutz reicht. Wenn Sie nicht bohren wollen, wählen Sie ein Modell mit mindestens 40 Zentimeter Tiefe oder eine Bauform mit breiterem Sockel.
Hakenanzahl an der Familie geplant, nicht an den Jacken
Sie planen pro Person einen Haken: Bei vier Personen vier Haken, das wirkt logisch. Im Alltag hängen aber pro Person die Tagesjacke, die Übergangsjacke, der Schal und im Winter zusätzlich die Mütze und der Rucksack am gleichen Punkt.
Nach drei Wochen liegt die Hälfte der Sachen auf der Sitzbank, dem Fußboden oder der Treppe. Der Haken trägt drei Mäntel übereinander, was die ausgewiesene Tragkraft von 3 Kilogramm überschreitet und die Schraubverbindung lockert.
Besser: Rechnen Sie pro Person zwei Haken plus zwei Reservehaken für Gäste. Eine Familie mit vier Personen braucht damit zehn Haken, nicht vier. Bei Doppelhaken zählt jede Hängeposition einzeln, eine Reihe Doppelhaken ergibt also acht Aufhängepunkte für vier Schraubpositionen.
Wandbefestigung ohne Wandtyp-Prüfung gekauft
Sie bestellen eine Wandgarderobe mit Hakenleiste und freuen sich auf die Montage. Beim Bohren stellen Sie fest, dass die Wand aus Trockenbau mit Gipsplatten besteht, die mitgelieferten Standarddübel halten in der weichen Platte nicht.
Die Garderobe hängt schief, die Schrauben ziehen sich bei Belastung aus der Wand, im schlimmsten Fall bricht die Gipsplatte aus. Der Schaden an der Wand muss im Mietverhältnis am Auszug repariert werden.
Besser: Prüfen Sie vor dem Kauf den Wandtyp: Klopfen klingt bei Trockenbau hohl, bei Beton oder Vollziegel dumpf. Trockenbau braucht Hohlraumdübel, die je nach Bauart 25 bis 50 Kilogramm tragen. Bei alten Putzwänden mit Hohlräumen sind Spreizdübel mit langem Schaft Pflicht.
Spedition bestellt, aber Treppenhaus nicht gemessen
Eine Premium-Garderobe für 920 Euro kommt per Spedition als zerlegtes Paket. Sie bezahlen 60 Euro Aufpreis für die Lieferung in die Wohnung. Beim Eintreffen stellt der Fahrer fest, dass die größte Modulkante nicht durch das gewendelte Treppenhaus passt.
Die Spedition liefert bis zur Bordsteinkante zurück und rechnet den Aufpreis trotzdem ab. Sie müssen die Module zerlegt bestellen oder das Möbel selbst hochtragen, was bei 25 bis 35 Kilogramm Eigengewicht im obersten Stock alleine kaum machbar ist.
Besser: Messen Sie vor der Bestellung Türbreite, Treppenhausbreite und kritische Kurven, vor allem bei Spedition. Maße über 100 Zentimeter Kantenlänge sind in Altbauten ein Warnsignal. Bestellen Sie zerlegt, wenn das Möbel diese Option bietet, oder organisieren Sie eine zweite Person für den Transport.
Kein Widerrufsrecht genutzt, weil Möbel schon aufgebaut
Die neue Garderobe steht im Flur, ist aufgebaut, aber im Alltag stellt sich nach drei Tagen heraus, dass die Tiefe von 32 Zentimetern für dicke Wintermäntel knapp ist und der Spiegel beim Öffnen der Tür schwingt.
Sie nehmen an, der Aufbau habe das Widerrufsrecht verbraucht und behalten das Möbel. Tatsächlich gilt das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht auch nach dem Aufbau, lediglich ein Wertverlust durch Beschädigung kann angerechnet werden.
Besser: Heben Sie die Originalverpackung 14 Tage lang auf und prüfen Sie das Möbel im Alltag, bevor Sie es endgültig akzeptieren. Bei der Rücksendung trägt der Händler bei nicht gepackbaren Möbeln in der Regel die Speditionskosten, wenn er nicht ausdrücklich auf eine Käuferpflicht hingewiesen hat.