Erwartung an Sicherheitsstufe falsch eingeschätzt
Käufer glauben, ein Tresor unter 100 Euro biete echten Einbruchschutz. Tatsächlich öffnen Tester laut Stiftung Warentest die meisten Mini-Safes mit Hammer und Schraubenzieher in wenigen Minuten. Wer 5.000 Euro Bargeld in einem 50-Euro-Tresor lagert, hat das Geld bei einem ernsthaften Einbruch verloren und bekommt von der Versicherung nur 1.500 Euro ersetzt.
Besser: Schätzen Sie den Wert dessen ein, was Sie aufbewahren wollen. Für Beträge bis 1.500 Euro und einzelne Wertsachen reicht ein Mini-Tresor mit fester Wandverankerung. Für höhere Beträge wechseln Sie in die VdS-Klasse N oder Stufe 0 ab 200 Euro Anschaffung. Klären Sie vorab die Versicherungssumme.
Tresor ohne feste Verankerung verwendet
Ein nicht verankerter Tresor wird vom Einbrecher einfach mitgenommen und in Ruhe geöffnet. Das ist nach Recherchen der Stiftung Warentest der häufigste Modus Operandi bei Mini-Tresor-Diebstählen. Vier Schrauben sparen, kostet im Schadensfall das gesamte Diebsgut.
Besser: Verankern Sie den Tresor mit mindestens vier Stahldübel-Schrauben in massiver Wand oder im Boden. Tresore haben dafür vorgebohrte Löcher in der Rückwand. Bei Mietwohnungen können Sie die Bohrlöcher beim Auszug mit Spachtelmasse füllen, das ist Renovierungsaufwand und kein Mietmangel.
Bargeld-Versicherungssumme nicht geprüft
Ohne Tresor deckt die Hausratversicherung meist nur 1.500 Euro Bargeld ab. Wer 10.000 Euro im Schreibtisch hat und einen Einbruch erlebt, sieht nur 1.500 Euro wieder. Mit einem Tresor steigen die Versicherungssummen auf etwa 3.000 Euro. Bei höheren Beträgen muss der Tresor bestimmte Anforderungen des Versicherers erfüllen.
Besser: Rufen Sie vor dem Kauf Ihre Versicherung an und fragen Sie nach den exakten Tresor-Anforderungen für Ihre Bargeld-Summe. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich bestätigen. Bei höheren Beträgen reicht meist erst die VdS-Klasse N (Grade 0), die unter 100 Euro nicht zu bekommen ist.
Batterie-Notfall beim Elektronikschloss übersehen
Elektronische Zahlenschlösser brauchen Batterien. Wenn die Batterie leer wird und der Tresor keinen externen Notschlüssel oder Außenbatterie-Fach hat, ist der Tresor verschlossen. Die Lösung ist dann das Aufbrechen, was den Tresor zerstört.
Besser: Wählen Sie Modelle mit externem Notschlüssel oder Batterie-Außenfach. Notieren Sie den Batterie-Wechseltermin im Kalender, jährlich zur gleichen Zeit. Lagern Sie zwei Ersatzbatterien getrennt vom Tresor.
Code in der Nähe des Tresors notiert
Wer den Master-Code auf einem Zettel im Schreibtisch oder am Tresor klebt, gibt jedem Einbrecher und jedem internen Besucher den Zugang. Auch das Notieren im Smartphone unter dem Stichwort Tresor ist nicht sicher, weil verlorene Handys Zugang ermöglichen.
Besser: Lernen Sie den Code auswendig. Wenn Sie ihn aufschreiben müssen, lagern Sie ihn an einem zweiten Ort, etwa in einem Bankschließfach oder bei einem Vertrauten. Ändern Sie den Code mindestens einmal jährlich, insbesondere bei Mitarbeiterwechsel.
Wichtige Papiere ohne Brandschutz aufbewahrt
Tresore unter 100 Euro haben keinen Brandschutz. Notartestament, Geburtsurkunde oder Originalverträge verbrennen bei einem Bürobrand auch innerhalb des Tresors. Diese Dokumente lassen sich nicht ohne Aufwand ersetzen, einige gar nicht.
Besser: Für Originale wichtiger Papiere wählen Sie einen Dokumentenschutz-Tresor mit Brandschutz-Zertifikat (S60P, S120P). Diese beginnen bei etwa 200 Euro. Alternativ digitalisieren Sie alle wichtigen Dokumente und speichern Sie die Kopien in einer Cloud, im Bankschließfach oder bei einem Notar.
Tresor sichtbar im Büro aufgestellt
Ein offen im Büro stehender Tresor ist ein direktes Ziel für Einbrecher und signalisiert allen Besuchern, dass es Wertgegenstände gibt. Auch Mitarbeiter werden neugierig oder versucht. Verdeckte Aufstellung erhöht die Sicherheit deutlich.
Besser: Verstecken Sie den Tresor hinter einem Möbel, in einer abschließbaren Kammer oder unter einem fest installierten Schreibtisch. Bei größeren Büros eignen sich auch unauffällige Wandschränke. Je weniger Personen vom Tresor wissen, desto besser.