Material und Webart (25%)
Reine Baumwolle nimmt rund 65 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, ohne nass zu wirken. Wer nachts schwitzt, schläft auf Baumwolle deshalb objektiv trockener als auf Polyester-Mikrofaser. Innerhalb der Baumwolle entscheidet die Webart über das Hautgefühl. Renforcé ist eine schlichte Leinwandbindung, fühlt sich matt und kühl an und gilt als allergikerfreundlich. Perkal nutzt dieselbe 1-auf-1-Webart, aber feinere Garne, wirkt seidiger und bleibt atmungsaktiv. Mako-Satin verwendet eine 1-auf-4-Atlasbindung und zeigt deshalb den typischen Glanz. Die Fasern liegen länger an der Oberfläche, das Tuch wirkt wärmer, weicher und klarer. Wer ganzjährig auf einer Variante schlafen will, bekommt mit Perkal die robusteste Kompromisslösung. Für ausführliche Materialdetails empfehlen wir den Materialvergleich von Urbanara.
Fadendichte und langfaserige Baumwolle (20%)
Die Fadendichte (TC, threads per inch) ist ein beliebter Marketing-Wert, sagt aber allein wenig aus. Ein Mako-Satin mit 300 TC aus extra-langer ägyptischer Baumwolle fühlt sich besser an als ein 800-TC-Stoff aus kurzen, mehrfach gezwirnten Fasern. Werte zwischen 200 und 400 TC sind bei seriösen Herstellern Standard. Höhere Angaben sind häufig durch das Zählen jeder einzelnen Mehrfachzwirnung künstlich aufgeblasen. Achten Sie statt auf die Zahl auf die Faserart: Mako, Pima und Supima sind extra-langstapelige Baumwollen mit deutlich weicherem Griff und höherer Reißfestigkeit als Standard-Upland-Baumwolle.
Verschluss, Verarbeitung und Nähte (15%)
Ein verdeckter Reißverschluss liegt flach unter dem Stoff und drückt nicht in die Wange. Hotelverschlüsse mit Stofftasche sind angenehmer, müssen aber häufiger nachgestopft werden. Knöpfe sehen ordentlich aus, eignen sich aber schlechter für die Maschinenwäsche bei 60 Grad. Geprüfte Doppelnähte am Rand verhindern, dass der Bezug nach zwanzig Waschgängen ausfranst. Beim Anfassen lohnt der Test, ob das Tuch durch die Naht geht oder die Naht offen aufliegt, Letzteres reibt unter dem Hals.
Schadstoffe und Zertifikate (15%)
Der OEKO-TEX Standard 100, Produktklasse II, prüft Textilien mit direktem Hautkontakt auf rund 100 reglementierte und nicht reglementierte Schadstoffe, darunter Pestizide, Schwermetalle, Formaldehyd und Azofarbstoffe (siehe OEKO-TEX-Übersicht der Verbraucherzentrale Bett1). Bei Kopfkissenbezügen ist dieses Siegel die wichtigste Minimal-Anforderung, weil das Gesicht mehrere Stunden am Tag direkten Kontakt zum Tuch hat. Bio-Baumwolle mit GOTS-Zertifikat geht einen Schritt weiter und garantiert pestizidfreien Anbau und soziale Mindeststandards.
Pflegeeigenschaften und Waschtemperatur (15%)
Hausstaubmilben überleben Temperaturen über 45 Grad nicht zuverlässig (siehe Empfehlungen der Apotheken Umschau zu Allergiebettwäsche). Wer Allergien hat, sollte deshalb einen Bezug wählen, der laut Pflegeetikett bei mindestens 60 Grad waschbar ist. Reine Baumwolle und Mikrofaser vertragen 60 Grad in der Regel problemlos, Seide nicht. Trocknerfestigkeit reduziert die Knittergefahr, halbiert aber die Lebensdauer mancher Webarten. Knöpfe und empfindliche Drucke gehören in ein Wäschenetz.
Größe und Kompatibilität (10%)
In Deutschland sind 80 mal 80 Zentimeter Standard. 40 mal 80 ist die übliche Hotelgröße für Nackenstützkissen, 40 mal 40 dient als Sofakissen und kommt im Schlafzimmer eher selten vor. Wenn das Innenkissen 0,5 bis 1 Zentimeter größer ist als der Bezug, sitzt das Tuch straffer und faltet sich nicht in der Nacht. Andersherum hängt der Bezug schlaff und wirkt zerknittert.