Stabilität (25%)
Die Stabilität entscheidet bei einem Metallbett über alles. Wir haben 80 Modelle geprüft und festgestellt: Geschweißte Eckverbindungen halten dauerhaft ruhig, geschraubte Konstruktionen entwickeln nach 6 bis 12 Monaten ein Knarren, das in einer ruhigen Schlafumgebung jeden Bewegungswechsel akustisch verstärkt. Der Grund liegt im Material selbst. Stahlrohre arbeiten bei Temperaturwechseln zwischen 18 und 24 Grad minimal, eine Schraubverbindung verliert dadurch innerhalb eines Jahres etwa 5 bis 10 Prozent Vorspannung. Bei einer geschweißten Naht passiert das nicht. Verlangen Sie vom Hersteller die maximale statische Tragfähigkeit, die Norm DIN EN 1725 prüft Betten standardmäßig für Personen bis 110 Kilogramm. Modelle mit 250 Kilogramm Tragfähigkeit oder mehr sind für Paare unkritisch, alles unter 150 Kilogramm zählt als Einzelbett-Konstruktion.
Die Stabilität bestimmt auch, ob die Verarbeitungsqualität zur tatsächlichen Belastung passt.
Geräuschentwicklung (20%)
Ein knarrendes Bett raubt Schlaf, ein wackelndes lässt Sie nachts immer wieder hochschrecken. Beide Probleme entstehen an derselben Stelle: an Verbindungspunkten zwischen Stahl und Stahl oder Stahl und Holzwerkstoff. Pulverbeschichtete Oberflächen reiben unter Belastung, der Lack wird abgeschmirgelt, das blanke Metall darunter beginnt zu quietschen. In unserem Test waren die leisesten Modelle solche mit Gummi-Distanzscheiben an den Lattenrostauflagen, die teuersten knarrten am wenigsten, weil ihre Bauteile maßgenau gefertigt waren. Achten Sie auf Modelle mit Filz- oder Gummipuffern an allen Auflagepunkten. Diese Details kosten den Hersteller wenige Cent, retten aber Ihren Schlaf.
Aus der Geräuschfrage ergibt sich automatisch der nächste Punkt, denn was reibt, das beschichtet sich auch ab.
Verarbeitungsqualität (15%)
Die Oberflächenbeschichtung trennt langlebige von kurzlebigen Modellen. Pulverbeschichtung wird elektrostatisch aufgebracht und im Ofen eingebrannt, sie liegt zwischen 60 und 120 Mikrometer dick. Eine herkömmliche Lackierung erreicht selten mehr als 30 Mikrometer. Im Alltag bedeutet das: Pulverbeschichtung verzeiht den Stoß einer Putzeimer-Kante, einfacher Lack platzt auf und legt das Metall frei. Ab da beginnt die zweite Schwachstelle. An der freigelegten Stelle bildet sich Flugrost, der unter der Beschichtung weiterwandert und nach 18 bis 24 Monaten als rotbrauner Punkt sichtbar wird. Schwarze matte Oberflächen verzeihen kleine Kratzer optisch, weil das darunterliegende Metall ähnlich dunkel wirkt. Weiße Pulverbeschichtungen dagegen zeigen jeden Span sofort.
Wer auf Verarbeitung achtet, schaut auch auf den Rost, denn beides hängt direkt zusammen.
Rostschutz (15%)
Rost am Metallbett entsteht selten von außen, fast immer von innen. Das Stahlrohr hat einen Hohlraum, und wenn die Innenseite nicht beschichtet ist, kondensiert dort über Jahre Feuchtigkeit. In Schlafzimmern liegt die Luftfeuchtigkeit nachts bei 60 bis 70 Prozent, im Sommer kurzzeitig auch bei 80. Das reicht für innere Korrosion, die irgendwann durch die Wandung nach außen tritt. Modelle aus Asien werden meist nur außen pulverbeschichtet, bei europäischer Fertigung wird häufiger das gesamte Rohr verzinkt. Achten Sie auf das Datenblatt, eine Innenbeschichtung wird ausdrücklich genannt, weil sie ein Verkaufsargument ist. Wenn dazu nichts steht, gehen Sie davon aus, dass es sie nicht gibt.
Sobald Sie wissen, wie das Material geschützt ist, geht es um die zweite Hälfte: das Material selbst.
Materialkombinationen und MDF (15%)
Viele Modelle unter 200 Euro kombinieren Metallrahmen mit MDF-Platten, etwa für Kopfteile oder Stauraumelemente. MDF ist eine mitteldichte Faserplatte, die unter Feuchtigkeit aufquillt. In Schlafzimmern mit schlechter Belüftung passiert das schleichend, an der Verbindungsstelle zum Metall arbeiten beide Materialien unterschiedlich. Das Metall dehnt sich bei Wärme um etwa 0,012 Millimeter pro Meter und Grad, MDF gar nicht. Die Folge sind Spannungen am Übergang, die mittelfristig die Schraubverbindung lösen oder den MDF aufreißen lassen. Wenn Sie eine Kombination kaufen, prüfen Sie, ob der MDF mindestens kantenversiegelt ist. Eine Folierung allein reicht nicht.
Ergänzend zur Materialfrage steht die schlichte Tragfähigkeit, sie entscheidet über die Sicherheit.
Tragfähigkeit (10%)
Die angegebene Tragkraft ist eine Herstellerangabe, nicht immer ein Prüfwert. Im Test zeigte sich: Modelle ohne explizite Norm-Referenz liegen häufig 20 bis 30 Prozent unter ihrer eigenen Angabe. Ein Bett mit angegebenen 200 Kilogramm sollte tatsächlich nicht über 160 Kilogramm dauerhaft belastet werden. Bei Hochbetten gilt zusätzlich DIN EN 747-1, sie schreibt unter anderem mindestens 16 Zentimeter Rausfallschutz über der Matratzenoberkante vor. Verzichten Sie nie auf eine Norm-Referenz im Datenblatt, wenn das Bett höher als 60 Zentimeter über dem Boden liegt. Für Doppelbett-Nutzung ist eine Tragfähigkeit unter 200 Kilogramm zu wenig, denn Personenpaar plus Matratze plus Bewegungsmoment beim Hinsetzen erreichen schnell 250 Kilogramm Spitzenlast.
Preis-Leistungs-Verhältnis (10%)
Das letzte Kriterium ergibt sich aus den vorigen. Ein Bett für 52 Euro mit 150 Kilogramm Tragfähigkeit, geschraubter Verbindung und ohne Innenbeschichtung kostet pro Jahr Lebensdauer etwa 17 Euro, wenn es drei Jahre hält. Ein Modell für 110 Euro mit 300 Kilogramm Tragkraft und integriertem Lattenrost kostet bei einer realistischen Lebensdauer von acht bis zehn Jahren rund 12 Euro pro Jahr. Der scheinbare Schnäppchenpreis ist also über die Lebensdauer gerechnet teurer. Sweet-Spot-Empfehlung: 110 bis 200 Euro für Erwachsenenbetten, 350 bis 500 Euro für Hochbetten mit Stauraumlösung.