Kippsicherung weggelassen
Der riskanteste Fehler: Sie bauen einen 150 Zentimeter hohen, schmalen Barschrank auf und stellen ihn ohne Wandbefestigung in den Raum. Sobald jemand an die obere Tür schlägt oder ein Kind sich am Schrank hochzieht, kann das Möbelstück kippen. Die DIN EN 14749 verlangt für kopflastige Möbel Kippschutz. Die meisten Hersteller liefern Schrauben und Wandhalter mit, viele Käufer ignorieren das. Bei einer Trockenbau-Wand reichen Standard-Dübel nicht. Hier kommen Hohlraum-Dübel zum Einsatz, die hinter der Wand aufspreizen und so eine echte Verankerung bilden.
Innenausstattung nicht gecheckt
Produktbilder zeigen den Schrank meist von außen geschlossen. Wer den Schrank dann öffnet, stellt fest, dass die Einlegeböden fest verbaut und nicht höhenverstellbar sind oder dass die Glashalter nur für einen bestimmten Glas-Typ funktionieren. Vor dem Kauf sollten Sie sich Detailbilder vom Innenraum anschauen oder explizit nach 'Höhenverstellbarkeit der Einlegeböden', 'Anzahl der Glashalter' und 'Maximale Flaschenhöhe' suchen. Eine 30 Zentimeter hohe Whisky-Karaffe passt nicht in alle Schränke.
Schwenkraum für Türen vergessen
Viele Käufer messen die Stellfläche und übersehen, dass klassische Drehtüren zusätzlich 50 bis 60 Zentimeter Schwenkraum brauchen. Wenn der Schrank zwischen Sofa und Wand steht, lässt sich die Tür dann nicht ganz öffnen. Schiebe- oder Faltentüren sind in engen Räumen die richtige Wahl, kosten aber meist 50 bis 100 Euro Aufpreis, weil die Mechanik aufwendiger ist.
Auf Folien-Beschichtung gesetzt, wo Spirituosen verschüttet werden
Alkohol löst Folien-Beschichtungen an den Kanten an, vor allem bei warmen Bedingungen. Wer regelmäßig Drinks mixt und dabei Tropfen verschüttet, sollte zu lackiertem oder geöltem Massivholz greifen. Bei MDF mit Folie bilden sich nach einigen Jahren weiße Schlieren an den Kanten, die sich nicht mehr entfernen lassen. Bei Massivholz wischen Sie das einfach ab, und nach jährlichem Nachölen ist die Oberfläche wieder geschlossen.
Glasvitrine ohne Sicherheitsglas
Bei günstigen Modellen finden sich noch Schränke mit normalem Floatglas in den Türen. Sobald das Glas bricht, splittert es in scharfkantige Stücke. Sicherheitsglas (ESG) ist Pflicht für moderne Möbel, achten Sie auf den ESG-Stempel am Glasrand. Bei Schränken aus dem Discount-Bereich fehlt diese Kennzeichnung manchmal. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie beim Hersteller nach oder geben Sie das Modell zurück.
Beleuchtung mit billigem Trafo
Integrierte LED-Beleuchtung sieht im Showroom toll aus, fällt aber bei vielen Discount-Modellen nach ein bis zwei Jahren aus, weil der Trafo minderwertig ist. Wer Beleuchtung haben will, sollte auf 12-Volt-LED-Streifen mit getrenntem Trafo achten, der sich austauschen lässt. Bei Modellen mit fest verbautem Trafo bedeutet ein Defekt meist, dass die komplette Beleuchtung neu installiert werden muss. Alternativ können Sie batteriebetriebene LED-Spots nachträglich anbringen und sind flexibel.
Lieferung ohne Aufbauservice gewählt
Große Barschränke wiegen oft 40 bis 80 Kilogramm und kommen per Spedition zerlegt. Der Aufbau dauert bei Massivholz-Modellen mit 30 bis 50 Einzelteilen mehrere Stunden, oft braucht es zwei Personen für das Ausrichten der Türen. Wer keinen passenden Werkzeugkasten oder keine zweite Person zur Verfügung hat, sollte den optionalen Aufbauservice mitbestellen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei Schäden während des Aufbaus durch beauftragte Monteure der Händler haftet, nicht Sie.