Material und Schadstoffe (25 Prozent)
Die drei marktführenden Materialien sind Polyester, PEVA und EVA. PVC kommt im Test mit weniger als 10 Prozent der Modelle vor, weil die Utopia-Materialbewertung und der Markt PVC aufgrund von Phtalat-Weichmachern zunehmend ablehnen. PEVA und EVA sind chloridfrei, recyclebar und enthalten keine ausdünstenden Weichmacher. Polyester ist beschichtet wasserabweisend, hygienisch und maschinenwaschbar bei 60 Grad zur Desinfektion.
Der erste Anhaltspunkt für Schadstoffe ist der Geruch beim Öffnen der Verpackung. Riecht der Vorhang stark chemisch, dünstet er typisch Weichmacher aus und gehört zurück in den Versand. PEVA und EVA in geprüften Qualitätsausführungen sind nahezu geruchsneutral. Wer Wert auf Reinheitssiegel legt, findet im Markt OEKO-TEX Standard 100 als die häufigste Zertifizierung für Textilien-Duschvorhänge.
Maße und Aufhängung (20 Prozent)
Die Standardmaße im Markt sind 180 mal 200 cm für Badewannen und Duschtassen, 120 mal 200 cm für Schmalduschen und 240 mal 200 cm für große Walk-In-Duschen. Die duschvorhang.de-Maßempfehlung gibt vor, dass der Vorhang etwa 20 Prozent breiter sein sollte als die Duschvorhangstange, damit er in weichen Falten fällt. Die Länge sollte etwa 1 bis 2 cm über dem Boden enden, bei Badewannen 15 bis 20 cm in die Wanne hineinragen.
Die Anzahl der Ringe oder Karabiner beträgt nach Markttests etwa ein Ring pro 15 cm Vorhangbreite. Bei einem 180 cm breiten Vorhang sind das 12 Aufhängepunkte. Weniger Ringe führen zu sichtbarem Durchhängen zwischen den Aufhängepunkten und seitlichem Spritzwasseraustritt. Stangen mit 16 oder 20 mm Durchmesser sind im Markt am häufigsten und benötigen Ringe mit Kunststoffeinlage für ein geräuscharmes Verschieben.
Beschwerung und Faltenwurf (20 Prozent)
Der häufigste Praxisfehler bei günstigen Duschvorhängen ist der Klebeeffekt im Luftstrom der Dusche. Wer in einer kleinen Badewanne duscht, erzeugt einen Unterdruck im Vorhanginneren, der den leichten Vorhang an die Beine drückt. Magnet- oder Beschwerungsbänder am unteren Saum verhindern das. Im Test schwanken die Lösungen zwischen einfachen eingenähten Metallketten (8 bis 15 Gramm pro Meter), magnetischen Saumbändern (20 bis 40 Gramm pro Meter) und 3D-strukturierten Materialien wie beim Würfelmuster-Vorhang, die durch Wellenform den Unterdruck reduzieren.
Für einen zwei Meter breiten Vorhang empfehlen die Praxistests vier bis sechs Saumgewichte oder ein durchgehendes Magnetband mit mindestens 80 Gramm Gesamtgewicht. Wer den Vorhang im engen Bad nutzt, sollte auf die Saumgewichtsangabe achten. Fehlt sie im Datenblatt, ist die Klebeneigung im Alltag wahrscheinlich.
Schimmel-Resistenz und Pflege (20 Prozent)
Schimmel am Duschvorhang ist ein Zeichen für stehende Feuchtigkeit in den Falten. Polyester mit Anti-Schimmel-Beschichtung ist nach duschvorhang.de der hygienischste Vorhang, weil das beschichtete Gewebe weder Schimmelnährstoff bietet noch Wasser speichert. PEVA und EVA sind von Natur aus schimmelresistent, weil das Folienmaterial keine Faserzwischenräume hat.
Die Pflegeintervalle hängen vom Material ab. Polyester-Vorhänge kommen bei 30 bis 60 Grad in die Waschmaschine und sollten alle vier bis acht Wochen gewaschen werden. PEVA und EVA werden mit feuchtem Tuch und Essigwasser abgewischt; ein Maschinenwaschen ist nicht vorgesehen, weil das Material in der Trommel knickt. Wer Schimmelflecken hat, behandelt sie mit Essigessenz im Verhältnis 8 zu 1 mit Wasser, sprüht ein und spült nach einer Stunde mit klarem Wasser ab.
Preis-Leistungs-Verhältnis (15 Prozent)
Im Testfeld zwischen 5 und 100 Euro liegt der Kipppunkt für eine vernünftige Anschaffung zwischen 10 und 20 Euro. Darunter fehlen Saumgewichte, Anti-Schimmel-Beschichtung und ausreichend Aufhängepunkte. Darüber kommen Markenmaterialien mit Standardlebenserwartung von zwei bis vier Jahren. Premium-Vorhänge über 50 Euro liefern Duschrollos mit Aufrollmechanik, ausziehbare Schienen für Walk-In-Lösungen oder Premium-Polyester mit Soft-Touch-Beschichtung. Wer den Vorhang alle zwei Jahre wechselt, fährt im Einstiegs- und Mittelsegment ökonomisch besser. Wer zehn Jahre Standzeit erwartet, sollte das Premium-Segment prüfen.