Die alte Matratze vom Geschwisterkind wird ohne Prüfung übernommen.
Schaumstoff verliert über die Jahre an Rückstellkraft, das Material wird weicher und die Stützkraft sinkt. Hinzu kommen mögliche Schimmelnester im Inneren, die von außen nicht erkennbar sind. Die DIN EN 16890 als Sicherheitsnorm für Kindermatratzen prüft unter anderem die Festigkeit, die mit dem Alter nachweislich abnimmt.
Besser: Nutzen Sie eine gebrauchte Matratze nur, wenn sie unter 2 Jahre alt ist, der Bezug bei 60 Grad gewaschen wurde und der Kern keine sichtbaren Verfärbungen oder Liegekuhlen zeigt.
Eltern wählen die Matratze nach Komfort-Empfinden für sich selbst, nicht für das Baby.
Eine Matratze, die sich beim Drücken angenehm weich anfühlt, ist für ein Baby gefährlich. Sinkt das Gesicht in den Schaum, droht Rückatmung der eigenen Atemluft. Die BZgA-Empfehlung zur SIDS-Prävention lautet ausdrücklich, eine feste Liegefläche zu wählen.
Besser: Drücken Sie mit der flachen Hand mittig auf die Matratze. Bleibt eine Mulde von mehr als 2 Zentimetern, ist die Matratze für Säuglinge zu weich. Eine feste Matratze ist keine harte Matratze, beide stützen, aber nur die feste verhindert das Einsinken.
Der Bezug wird wegen vermeintlicher Empfindlichkeit nur bei 30 oder 40 Grad gewaschen.
Hausstaubmilben sterben erst ab 60 Grad zuverlässig ab. Niedrigere Waschtemperaturen entfernen Geruch, aber nicht die häufigste Allergie-Ursache bei Kleinkindern. Wer einen Bezug kauft, der nur 40 Grad verträgt, kauft de facto einen Bezug, der die zentrale Hygiene-Funktion nicht leisten kann.
Besser: Achten Sie beim Kauf auf das Pflegeetikett. Nur Bezüge mit 60-Grad-Freigabe sind alltagstauglich. Optimal sind zusätzlich Trockner-Freigabe und kompletter Reißverschluss.
Spalt zwischen Matratze und Bettrahmen wird ignoriert.
Passt die Matratze nicht exakt, entstehen seitliche Spalten von 3 bis 5 Zentimetern. Ein Säuglingskopf oder Arm kann darin einklemmen, besonders nachts beim Strampeln. Die DIN EN 16890 sieht maximal 3 Zentimeter Restspalt vor.
Besser: Messen Sie die Bett-Innenmaße vor dem Matratzenkauf nach. Bei nicht-standardisierten Beistellbetten lohnt sich oft eine maßgeschneiderte Matratze, deren Aufpreis von 30 bis 60 Euro deutlich unter dem Risiko liegt.
Auf den Hinweis Made in Germany allein wird vertraut.
Made in Germany sagt nichts über Schadstofffreiheit aus, sondern nur über den Produktionsort. Auch der Hinweis schadstoffgeprüft ohne nennenswerte Prüfstelle ist hohle Werbung.
Besser: Prüfen Sie konkret auf Öko-Tex Standard 100 mit Prüfnummer oder das LGA-Prüfzeichen des TÜV Rheinland. Beide nennen die ausstellende Stelle und das Prüfdatum.
Die Matratze wird sofort nach dem Auspacken benutzt.
Frische Schaumstoffmatratzen gasen in den ersten 24 bis 72 Stunden flüchtige organische Verbindungen aus, der typische Neugeruch. Direkt im geschlossenen Babybett kann das Säuglinge reizen.
Besser: Lüften Sie die Matratze 48 Stunden lang in einem gut belüfteten Raum, idealerweise senkrecht stehend, bevor das Kind darauf schläft. Bei zertifizierten Produkten sinkt der Geruch deutlich schneller, vorhanden ist er trotzdem.